💀 Absichtlich Rollsplitt gestreut?

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Am Freitagnachmittag ist zwischen Stetten und Esslingen ein 17-JĂ€hriger Motorradfahrer verunglĂŒckt. Der junge Mann geriet wegen Rollsplitts mit seinem Leichtkraftrad in einer Linkskurve ins Rutschen, stĂŒrzte und erlitt leichte Verletzungen. Der Polizei liegen bisher keine neuen Erkenntnisse vor, teilt ein Polizeisprecher auf Anfrage mit. „Ob der Splitt tatsĂ€chlich vorsĂ€tzlich ausgebracht wurde, ist noch nicht gesichert. Dieser Umstand muss aber in Betracht gezogen werden.“

Die Landesstraße 1199 ist eine beliebte Rennstrecke fĂŒr MotorrĂ€der und Autos und zĂ€hlt mithin zu den Hotspots in Sachen MotorradlĂ€rm zwischen Rems und Murr. Acht solcher Hotspots listen die Vereinigten Arbeitskreise gegen MotorradlĂ€rm (VAGM) auf ihrer Internetseite auf. Die VAGM ist aus einer Initiative des Arbeitskreises MotorradlĂ€rm im Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz hervorgegangen, der sich 2005 im Rems-Murr-Kreis gegrĂŒndet hat und weiter fortbesteht.

„Unmöglich, ganz unmöglich!“

Roger Wenz, der unweit der Landesstraße in Stetten wohnt, ist einer der LĂ€rmgeplagten und hat die Initiative ergriffen. Dass in der ersten scharfen Linkskurve Splitt lag, sei ihm am Freitag aufgefallen, als er dort mit seinem Pedelec unterwegs war. Aber aus Protest gegen LĂ€rm Splitt auszuschĂŒtten, gehe zu weit, sagt Wenz: „Unmöglich, ganz unmöglich!“

Anfangs sei die Stettener Initiative auf taube Ohren gestoßen. Inzwischen wurde immerhin ein Etappenziel erreicht. Seit April gilt vom Schurwald hinunter in Richtung Stetten wegen der Ausfahrt aus dem Wanderparkplatz ein Tempolimit von 70 km/h. Dass aber in Gegenrichtung die Geschwindigkeit nicht begrenzt wird, kann Wenz nicht nachvollziehen. Schließlich gelte Tempo 70 ja auch zwischen Rommelshausen und Endersbach oder zwischen Waiblingen und Hegnach. Ein Allheilmittel gegen den LĂ€rm seien Geschwindigkeitsbegrenzungen sowieso keine, weiß Roger Wenz, zumal wenn diese nicht kontrolliert werden.

Kurvenreiche Strecke sehr beliebt

Dass die kurvenreiche Strecke nicht nur bei Motorradfahrern, sondern auch PS-starken Sportwagenfahrern beliebt ist, können BĂŒrgermeister Stefan Altenberger wie auch der Stettener Gemeinderat Ebbe Kögel nur bestĂ€tigen. Kögel hat ein StĂŒckle an der Landesstraße und hat am sommerlichen Wochenende einmal mehr gesehen, dass sich Biker gruppenweise getroffen haben und, ausgestattet mit Helmkameras, die Straße rauf- und runtergerast sind. Noch im Dorf, wo Tempo 30 gilt, werde Gas gegeben, so Kögel. Bis zur ersten Haarnadelkurve stehe der Tacho locker auf 100, 120.

Der LĂ€rm ist schwierig in den Griff zu kriegen

FĂŒr eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Richtung Schurwald sieht jedoch das Landratsamt Rems-Murr als Verkehrsbehörde keine Veranlassung, sagt BĂŒrgermeister Altenberger. Immerhin solle ein LĂ€rmdisplay aufgestellt werden, um die Auto- und Motorradfahrer fĂŒr den LĂ€rm aus ihren Auspuffrohren zu sensibilisieren. Andernorts, wie beispielsweise in Schnait, zeigten die Erfahrungen, dass der LĂ€rmpegel leicht sinke. Das Hauptproblem ist, dass die Leute in der Freizeit mit Fahrzeugen unterwegs sind, die einfach zu laut sind. Seien dies MotorrĂ€dern oder Sportwagen. Beim LĂ€rm sei der Gesetzgeber gefordert, den serienmĂ€ĂŸig brĂŒllenden Auspuffen Einhalt zu gebieten. So fordert der VAGM, die Strafen fĂŒr Manipulationen am Auspuff und am Luftfilter drastisch zu verschĂ€rfen und die Verwendung von lĂ€rmsteuernden Auspuffklappen zu verbieten. DarĂŒber hinaus werden verĂ€nderte Zulassungsvorschriften verlangt, so dass der LĂ€rmgrenzwert am Motorrad zum lautesten Betriebszeitpunkt gemessen wird. Die heutige Messmethode ist schlicht praxisfern.

Quellen: Schorndorfer Nachrichten, MotorradlÀrm.de

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