Motorräder mit Trackern ausstatten!

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Beunruhigende Nachrichten aus Northumbria (Nordengland): Die Polizei der Region schlägt vor, alle Motorräder obligatorisch mit integrierten Geschwindigkeitsmessgeräten und Trackern auszustatten.

Großbritannien scheint ein Problem mit rücksichtslosen Motorradfahrern zu haben. Die Polizei setzt bereits Drohnen ein, um illegale Off-Road-Fahrer zu erwischen und auch der Vorstoß Biker mittels Aufnahmen von Dashcams oder Helmkameras anzuzeigen, schlägt in diese Kerbe. Der Vorschlag der Polizei in Northumbria geht nun noch weiter: Alle Motorräder sollen mit Trackern und Geschwindigkeitsmessgeräten ausgestattet werden.

Beigeschmack des Generalverdachts

So soll jederzeit bei jedem Motorrad festgestellt werden können, wie schnell es ist und wo es sich befindet. Kriminalkommissarin Kim McGuinness aus der Region Northumbria erhofft sich mit diesen Mitteln, die steigende Zahl von Geschwindigkeitsüberschreitungen und das, was sie als “asoziales Verhalten” bezeichnet, unter Kontrolle zu bekommen.

Nicht überraschend: Die Mehrheit der Motorradfahrer in Großbritannien schreit laut auf und erhebt starke Einwände. Denn auch wenn das Vereinigte Königreich ein Thema mit rücksichtslosen Motorradfahrern hat, ist die Mehrheit gesetzestreu und rücksichtsvoll unterwegs. Und der Vorschlag der Northumbria-Polizei hat natürlich den Beigeschmack des Generalverdachts.

Statement der British Motorcyclists Federation

Die British Motorcyclists Federation (BMF) äußerte sich bereits zu diesem Thema. Jim Freeman, der Vorsitzende der BMF: “Die obligatorische Verwendung eines Trackers ist normalerweise eine Strafe, die von den Gerichten nach einem ordnungsgemäßen Verfahren verhängt wird. Die vorgeschlagene Methode käme aber einer Kollektivstrafe gleich, die Hunderttausende von Unschuldigen zusammen mit der winzigen Minderheit der Schuldigen – ohne eine Untersuchung, einen Prozess oder ein Urteil – mit sich reißt.”

Jim Freeman betonte auch, dass die meisten Motorradfahrer in Großbritannien gesetzestreue Bürger sind, die Sicherheit und Höflichkeit im Straßenverkehr über alles andere stellen. Die Einführung einer Geschwindigkeitsüberwachungspflicht würde alle Motorradfahrer als Kriminelle abstempeln.

Statement des National Motorcycle Council

Craig Carey-Clinch vom kürzlich gegründeten National Motorcycle Council kommentierte außerdem: “Dies ist leider eine schlecht durchdachte Idee, die negative Auswirkungen für gesetzestreue Fahrer garantieren würde, nicht zuletzt für ihre Privatsphäre. Gleichzeitig ist es unwahrscheinlich, dass sie sich auf Gesetzesbrecher auswirken wird – deren erste Aktion wäre wahrscheinlich, die Tracker einfach zu deaktivieren oder zu entfernen.”

Im Moment ist noch nicht abzusehen, ob in Großbritannien oder in einzelnen Region eine derartige Geschwindigkeitsüberwachung und Tracker für alle Motorräder eingeführt werden oder nicht.

Fazit

Auch wenn es die britische Polizei regelmäßig mit besonders rücksichtslosen Motorradfahrern zu tun hat, ist der Vorschlag, jedes Motorrad mit Geschwindigkeitsmessgeräten und Trackern auszustatten, schlicht unverhältnismäß. Vor allem weil – wie Craig Carey-Clinch erwähnte – besonders rücksichtslose Fahrer die Tracker deaktivieren oder entfernen würden.

Quelle: Motorradonline

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