Viele Motorradunfälle hätten durch das richtige Training, eine gute Ausrüstung, die richtige Beladung und eine entsprechende Fahrweise vermieden werden können. Auch anständige Schutzkleidung ist beim Motorradfahren extrem wichtig, denn sie schützt nicht nur vor rauhem Wetter, sondern vor allem bei Unfällen vor schwereren Folgen – und zwar auch schon bei langsameren Geschwindigkeiten!
Um Sicherheit im Motorradverkehr anschaulich zu illustrieren, greift die Kampagne „Runter vom Gas“ das Thema in Bildform auf. Zeichnungen aus der Feder des Cartoonisten Martin Perscheid erinnern an die zehn Grundregeln sicheren Motorradfahrens – in bunten Farben, und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors.
Die Broschüre ist Teil der Verkehrssicherheitskampagne des Bundesverkehrsministeriums (BMVBS) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).
Auffallen ist für Motorradfahrer lebenswichtig! Denn wenn sie von anderen Verkehrsteilnehmern, zum Beispiel beim Linksabbiegen, zu spät bemerkt oder übersehen werden, endet dies oft tödlich. Mit einfachen Mitteln können Biker ihre Sichtbarkeit verbessern – und damit ihre Sicherheit erhöhen. Das fängt schon bei der Montur an: Wähle einen Helm und Schutzbekleidung in hellen, leuchtenden Farben und mit eingearbeiteten reflektierenden Materialien. Zusätzlichen Schutz bieten spezielle Warnwesten. Achte darauf, dass Deine Weste der Norm DIN EN 471 entspricht, in der unter anderem die Größe der reflektierenden Flächen festgelegt ist. Und: Fahre immer mit eingeschaltetem Licht!
Motorradfahrer sollten immer den Durchblick bewahren. Denn selbst ein kleines übersehenes Schlagloch kann für sie zur lebensgefährlichen Falle werden. Da Helmvisiere schnell beschlagen, entscheiden sich clevere Zweiradfans für ein Helmmodell mit Doppelscheiben oder Antibeschlag-Beschichtung. Meiden solltest Du verspiegelte und stark getönte Visiere: Sie lassen nur wenig Licht durch und können beim Wechsel von Sonne und Schatten gefährlich werden. Und: Tausche ein zerkratztes Visier sofort aus! Denn Kratzer können bei Gegenlicht zu Blendeffekten führen.
Sie ist nur so groß wie eine Postkarte – und doch entscheidet sie oft über Leben und Tod: die Fläche, auf der ein Motorrad die Straße berührt. Gerade weil dieser Bereich so klein ist, muss hier jedes Detail stimmen. So ist der falsche Reifendruck die Unfallursache Nummer eins unter den technischen Mängeln. Alle ein bis zwei Wochen sollten Biker deshalb den Luftdruck der kalten Reifen prüfen. Den korrekten Wert fi nden Sie in der Betriebs- anleitung des Motorrads. Wenn Sie jeman – den mitnehmen oder viel Gepäck haben, erhöhen Sie den Druck entsprechend. Das lohnt sich übrigens auch für Ihren Geldbeutel: Ein optimaler Luftdruck senkt nämlich den Spritverbrauch.
Beim Kinderspiel „Kofferpacken“ kommt es vor allem auf ein gutes Gedächtnis an. Ganz andere Regeln gelten, wenn ein Biker eine längere Tour oder eine Urlaubsreise plant. Denn zusätzliches Gewicht kann die Sicherheit und das Fahrverhalten eines Motorrads stark beeinträchtigen. Um den Schwerpunkt der Maschine stabil zu halten, solltest Du das Vorderrad nicht zu sehr entlasten und schwere Gegenstände am besten ganz unten im Tankrucksack verstauen. Beachte außerdem das zulässige Gesamtgewicht der Maschine. Am besten, Du machst eine Probefahrt mit bepacktem Bike. Die kostbarste Fracht bist schließlich immer noch Du selbst.
Geteilter Fahrspaß ist doppelter Fahrspaß. Gruppenfahrten können aber auch schnell gefährlich werden. Damit alle Teilnehmer sicher ans Ziel kommen, sollten sie vor dem Start eine Reihenfolge festlegen: Die Spitze und das Ende des Konvois bilden erfahrene Fahrer, Biker mit weniger Fahrpraxis ordnen sich dazwischen ein. Außerdem solltet Ihr hintereinander versetzt fahren, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Eine clevere Gruppe einigt sich schon, bevor es losgeht, über Streckenverlauf, Treffpunkte und Tankstopps und verabredet Handzeichen zur Verständigung. Aber: Auch in der Gemeinschaft ist jeder für sich selbst verantwortlich. An Kreuzungen oder bei Überholmanövern muss sich deshalb jeder Einzelne vergewissern, dass die Strecke frei ist!
Rowdies, Raser, Rüpel – Motorradfahrer haben nicht unbedingt den besten Ruf. Doch Fakt ist: Eine deutliche Mehrheit der Unfälle zwischen Motorrad und Pkw wird nicht von den Bikern, sondern von den Autofahrern verursacht. Häufig übersehen sie die schmale Silhouette der Zweiräder, schätzen ihre Geschwindigkeit falsch ein oder rechnen in Kurven nicht damit, dass ein Biker die gesamte Fahrbahnbreite braucht. Motorradfahrer sollten deshalb ein gesundes „Misstrauen“ gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern an den Tag legen und in kritischen Situationen immer bremsbereit sein. Am besten, Du stellst Dir vor, Du wärst unsichtbar – so fährst Du am sichersten!
Beim Motorradfahren ist das passende Outfit keine Geschmacksfrage. Denn eine optimale Ausstattung ist entscheidend für Deine Sicherheit. Zwar ist lediglich das Tragen eines Schutzhelms Pflicht – an hochwertiger, gut sichtbarer und abriebfester Schutzkleidung mit eingearbeiteten Protektoren sollte trotzdem kein verantwortungsvoller Zweiradfahrer sparen. Auch Handschuhe sowie kräftige, hohe Stiefel mit fester Sohle und Absatz gehören zu einem richtigen Biker-Outfit – und das auch im Hochsommer! Gleiches gilt für den Schutz von Sozius oder Sozia, die sogar noch stärker gefährdet sind. Zwar hat gute Motorradbekleidung ihren Preis. Aber Ihre Gesundheit ist unbezahlbar!
Kurvenspaß, Naturerlebnis, Freiheitsgefühl – Landstraßen bedeuten für viele Motorradfahrer pures Fahrvergnügen! Was viele nicht wissen: Ihr Risiko, tödlich zu verunglücken, ist hier mehr als doppelt so hoch wie auf anderen Straßen. Die Gründe sind vielfältig: Kurven, Kuppen oder Bäume versperren den Blick auf die Strecke. Schmutz und Laub machen die Straße zur Rutschbahn oder wechselnde Lichtverhältnisse in Alleen und Waldstücken verschlechtern die Sicht. Für Dich heißt das: Lasse dich von der trügerischen Idylle nicht täuschen, fahre vorausschauend und gehe im Zweifel runter vom Gas. Denn unverhofft kommt auf der Landstraße – leider – allzu oft.
Ein Reh bricht aus dem Wald oder ein Auto nimmt Dir die Vorfahrt: Manchmal hilft nur eine Notbremsung. Was auf vier Rädern schon schwierig ist, wird auf zwei Räder geradezu zur Kunst: Das starke und sichere Abbremsen eines Motorrads zur Vermeidung eines Unfalls zählt zu den schwierigsten Fahrmanövern. Achte beim Kauf eines Motorrads deshalb unbedingt darauf, dass es mit ABS ausgestattet ist! Um auch in einer Paniksituation richtig zu reagieren, solltest Du das Bremsen außerdem regelmäßig auf nicht öffentlichem Gelände trainieren, am besten bei einem Fahrsicherheitstraining. Denn jeder Meter kann Leben retten.
Nur Du und Dein Motorrad, Fahrtwind, Freiheitsgefühl – eine leere Straße ist wohl das Nonplusultra für die meisten Biker. Doch wie sehr der Traktor oder der gemütliche Sonntagsfahrer Dich auch ausbremsen mögen: Habe Geduld, bevor Du zum Überholen ansetzt. Denn besonders auf kurvigen Strecken oder bei schlechter Sicht steigt die Gefahr, die freie Fahrt mit dem Leben zu bezahlen. Wer überholt, muss deshalb sicher sein, dass er weder den Gegenverkehr noch nachfolgende Verkehrsteilnehmer behindert. Oberstes Gebot ist dabei: Wenn Du auch nur den geringsten Zweifel daran hast, dass ein Überholmanöver gelingt – warte auf eine passende Gelegenheit!
Herausgeber: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Invalidenstraße 44, 10115 Berlin www.bmvi.de und Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Auguststraße 29, 53229 Bonn www.dvr.de, Cartoons: Martin Perscheid
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