Roads To Siberia, Tag 30

Sonntag, 28. Juni 2015

Heute sollte es zunächst nach Jallalabad gehen, wo wir uns vorerst von John und Andy trennen. Sie fahren weiter nach Bischkek und Almaty. Wir gehen derweil in die Berge Kirgisistans, grobe Richtung Song Kul. Zunächst ging es erstmal tanken, dabei fühlte sich mein Lenker so komisch an, es stellte sich heraus, dass sich eine Schraube gelöst hatte, also schnell Werkzeug ausgepackt und die Schraube angezogen. Erledigt, es fühlte sich wieder gut an.

Später sind wir dann in Jallalabad abgebogen und über Nebenstraßen gefahren. Soweit scheint es den Leuten hier recht gut zu gehen, die Häuser rausgeputzt, teilweise richtig groß und im Straßenbild fallen die vielen alten Audi 100 und VW Passat aus den 90zigern auf. Nach etlichen Kilometern ging es dann bergauf, zunächst noch auf Asphalt, dann auf Schotter, aber in besserem Zustand als teilweise in Tadschikistan. Dann ging es in ein enges Tal, durch das sich die Straße schlängelte und dabei weiter an Höhe gewann. Immer wieder trafen wir auf Bauarbeiter, die entweder die Straße reparierten oder an der Seite die Wasserabläufe erneuerten. Dann ging es einen Pass hinauf, immer höher schlängelte sich der gut ausgebaute Schotterpass in die Höhe und wir bekamen einen herrlichen Blick auf die umliegenden Täler und Berge.

Weiter oben kamen uns dann zwei Vierachs-Lkw entgegen. Himmel, wo hier überall Lkw unterwegs sind. Und natürlich durfte auch der Sprinter nicht fehlen, der im Gegensatz zu den chinesischen Kleinbussen in Tadschikistan hier die tragende Rolle im ÖPNV spielt.

Nach der Passhöhe konnten wir weit in die nachfolgende Ebene und den rollenden Hügeln gucken. Allerdings nahm der Abstieg doch mehr Zeit in Anspruch als erwartet, wir mussten etliche Kilometer durch diese Hügellandschaft fahren, bevor wir die Ebene erreichten. Links und rechts der Passstraße waren Jurten zu sehen, in denen die Familien den Sommer über wohnten, während ihre Herden auf den Sommerweiden grasten. Meistens wurden wir winkend begrüßt, allerdings empfanden viele Hirtenhunde unsere Kräder als Störenfried und versuchten uns bellend zu vertreiben. So gegen 15 Uhr fanden wir dann ein Cafe, um dort unseren Durst und Hunger zu stillen. Es gab endlich mal wieder Kottlett, dazu Reis, Bulgur und Kartoffelpü.

Da es schon spät war und wir bis zu nächsten Unterkunft ca. 4 Stunden zu fahren hätten, entschlossen wir uns zu Campen. Also noch kurz Tanken, im Magazin Wurst, Brot und Äpfel gekauft und dann begann die Suche nach einem schönen Zeltplatz. Ein erster Versuch am Fluss scheiterte mangels Zugänglichkeit, daher gings einen schmalen Feldweg entlang etwas aufwärts in die Hügel. Hier fanden wir dann einen passenden Platz. Kurz gewartet und dann die Zelte aufgebaut. Anschließend gabs erst den Apfel, dann Wurst mit Brot. Eigentlich gar nicht so schlecht.

Der Abend verging mit Erzählungen aus früheren Zeiten bzw. dem Beobachten der Wolken am Horizont. In den Bergen gegenüber gab es ein heftiges Gewitter, und auch bei uns zogen dunkle Wolken auf. Es gab aber nur ein paar Tröpfchen. Kurz vor Sonnenuntergang bekamen wir ein paar herrliche Farbenspiele der tiefstehenden Sonne auf die Berge zu sehen, einfach gigantisch.

Ein Hirte kam noch mit seinem Sohn auf dem Weg in die Berge vorbei, aber es ergab sich keine Unterhaltung, irgendwie wirken sie schüchtern. Schon kurz nach Sonnenuntergang verkrochen wir uns in die Zelte. Ich hatte mal wieder keine perfekt ebene Fläche ausgeguckt, also musste ich mich etwas quer legen und so ging es dann. Nur einmal kurz ließen mich ein paar Windböen und Regentropfen auf der Zeltplane hochschrecken, ansonsten hatten wir Glück, es gab keinen Regen.

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FAQ zum Thema Reise & Touren
Welches Motorrad fährt Fritze?
Fritze fährt eine BMW R 1200 GS Adventure, Baujahr 2007 – liebevoll „die Dicke" genannt. Mit ihrem 38-Liter-Tank ist sie ideal für lange Touren quer durch Europa. Die Maschine ist seit vielen Jahren sein treuer Begleiter und hat unter anderem Schottland, die Karpaten, die Pyrenäen und Skandinavien gesehen.
Wie plant Kradmelder24 die Touren?
Die Routen werden mit der Kurviger-App geplant und anschließend als GPX-Track aufs Navi übertragen. Autobahnen werden so weit wie möglich vermieden. Die Navigation erfolgte bisher mit Garmin Montana und zumo XT, neuerdings über ein Carpuride 702S Pro, das die Kurviger-Karte vom Smartphone spiegelt. Für die TKM24-Gruppentouren übernimmt eine eigens dafür eingerichtete Regionale Tourberatung im Planungsstab alle dafür erforderlichen Arbeiten und stellt die GPX-Dateien über den Blog zum Download bereit.
Welches Navi benutzt Fritze?
Seit Anfang 2026 ein Carpuride 702S Pro – ein Android-Auto-Display, das die Kurviger-Navigation vom Smartphone spiegelt und in die originale BMW-Naviaufnahme passt. Davor war ein Garmin XT im Einsatz, das wegen hartnäckiger Routing-Probleme und Softwarefehler endgültig ausgemustert wurde.
Was sind die TKM24-Treffen?
TKM24 steht für Team Kradmelder24 und ist das jährliche Community-Treffen der Kradmelder24-Zuschauer. Gemeinsam wird eine mehrtägige Motorradtour gefahren – bisherige Ziele waren unter anderem der Harz, Willebadessen, Oberhof, Aussig und das Ahrtal. Beim TKM26 geht es Mitte Juni 2026 nach Tirol.
Kann man bei Kradmelder24-Touren mitfahren?
Ja! Auf unseren Telegram-Gruppen werden regelmäßig Tagestouren überall in Deutschland organisiert. Beim jährlichen TKM24-Treffen ist jeder willkommen, der für den Slogan "Fahren mit Hirn" etwas übrig hat – die Teilnahme ist kostenlos, nur Unterkunft und Verpflegung zahlt jeder selbst. Infos und Anmeldung gibt es auf der Mitmachen-Seite.
In welchen Ländern war Kradmelder24 schon mit der Kamera unterwegs?
Fritze war mit dem Motorrad unter anderem in Schottland, England, Frankreich, Norwegen, Schweden, Polen, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Österreich, Schweiz, Italien und Spanien unterwegs. Wolle darüber hinaus sogar schon im Kaukasus, in Sibirien, der Mongolei und ganz aktuell Südamerika. Die Videos und Reiseberichte mit Fotos und Routeninfos gibt es alle hier auf dem Blog.