Karpaten-Tour 2017, Tag 8

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Samstag, 02.09.17 Biled – Temeswar – Reschitz – Pojejena – Eisernes Tor – Orsowa – Herkulesbad (361 km)

Der Tag begann für mich früh, es plätscherte draußen, als wenn es hagelt. Also schnell aufstehen und gucken was los ist. Es war nur ein Schauer, aber die Tropfen fielen auf ein Blechdach unterhalb meines Fensters, daher der Lärm. Beim Blick auf die Uhr stellte ich dann fest, dass es eh Zeit zum Aufstehen war, sprich es war kurz nach sieben.

Aufrödeln und schnell los! Dieser Ort ist nicht besonders attraktiv.
Aufrödeln und schnell los! Dieser Ort ist nicht besonders attraktiv und unterm Strich sein Geld nicht wert.

Da es eh kein Frühstück gab, bin ich erst mal raus, um nach dem Wetter zu gucken. Vom Regen war schon nichts mehr zu sehen, alles war schon wieder trocken, aber immerhin auch etwas kühler als gestern. Immerhin gab es Kaffee, dazu aus dem Tankstellenshop ein Tütenhörnchen.

Danach schnell packen und aufrödeln. Unterm Strich war die Unterkunft ein Fehlgriff! Also, wer durch Biled in Rumänien kommt, sollte nicht das dortige Motel Angel Lis nehmen. Entweder einen Ort vorher das Schwabenhaus in Schandra nehmen oder 20 km weiter fahren zur nächsten Unterkunft.

Schlaglöcher überall. Dieses ist ja noch winzig im Vergleich.
Schlaglöcher überall. Dieses ist ja direkt noch winzig im Vergleich.

Doch genug gemeckert, rauf auf die Moppeds und los geht’s. Heute geht es zum Donaudurchbruch und dann nach Herkulesbad, wo wir eine Unterkunft vorgebucht hatten. Zunächst geht es jedoch durch die Ebene nach Temeswar. Dann wird’s hügelig, und wir machen Bekanntschaft mit den berüchtigten rumänischen Schlaglochpisten. Wer meinen Bericht Roads to Siberia kennt, kann mit dem Begriff Straßentango was anfangen.

Eine echt schlimme Straße, manchmal hatten wir die Wahl zwischen einem tiefen und einem ganz tiefen Schlagloch! Zum Glück war der Spuk nach ca. 25 km vorbei. Bei einer kurzen Pause trafen wir dann noch auf eine Gruppe Moppedfahrer, die auch grad diese Strecke hinter sich gebracht hatten. Zwei Goldwings waren dabei, die muss es schwer gebeutelt haben.

Hinter Reschitz ging es wieder hügelig weiter bis zur Donau. Schon von weitem war sie als mächtiger Strom zu erkennen. So rund 100 km ging es am Ufer der Donau entlang, teilweise dicht am Ufer teilweise auch höher am Hang entlang. Jede Menge Angler saßen am Ufer und schienen wohl auch durchaus erfolgreich zu sein, weil alle ein keines Lagerfeuer in Gang hielten.

Pause bei Reschitz.
Pause bei Reschitz.

Später dann war das Ufer von Hotels und Pensionen gesäumt, ein bisschen wie früher in Jugoslawien die Küstenstraße. Der Donaudurchbruch war dann beeindruckend, auch weil der Fluss vorher fast wie ein See wirkte. Leider gab es keinen schönen Aussichtsplatz. Einen guten Kilometer weiter liegt das Kloster und kurz danach folgt das in den Felsen geschlagene Antlitz eines alten Herrschers. Hier war Halligalli wie am Ballermann! Über Funk haben wir dann kurz besprochen, dass wir lieber weiterfahren und auf den Trubel bei 35 Grad verzichten.

Fotostopp an der Donau.
Fotostopp an der Donau.

Dann gings es bei Orschowa wieder ins Innenland Richtung Herkulesbad zu unserer Unterkunft. Da Fritze diesmal den Wegpunkt nicht exakt gesetzt hatte, waren wir zunächst etwas orientierungslos. Aber Fragen kann helfen und so sind wir dann doch beim Hotel Thermae D’Olympia angekommen. Nach dem Reinfall gestern wieder eine feine Unterkunft: tolle Zimmer, nette Wirtsleute und sogar mit Pool und gekühlten Getränken.

Köstliches Abendessen in Herkulesbad.
Köstliches Abendessen in Herkulesbad.

Zum Essen waren wir aushäusig. Ertsens weil es in unserer Pension nichts gab und zweitens, weil wir sowieso etwas die Beine vertreten wollten. Es gab Spaghetti und dazu jeweils einen Salat. Die Krönung war die selbstgemachte Limonade, davon brauchten wir jeweils 2 Gläser gegen den Durst, einfach lecker!

Morgen wird’s eine kurze Etappe von ca. 140 km, eventuell noch teilweise geschottert, aber es wird bestimmt kein langer Fahrtag werden. Also auch etwas länger schlafen.

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Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.