Roads to Siberia

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Ein Reisebericht von Wolle

Vorbemerkung

Wolle und ich kennen uns jetzt seit über zehn Jahren. Aber nicht das Motorradfahren hat uns zusammengebracht, sondern eine andere gemeinsame Leidenschaft: die virtuelle Fliegerei. So kam es, dass wir beide uns im Forum eines großen europäischen Vertriebs für Computerspiele erstmalig über den Weg liefen, und dieses Forum fortan auch gleich als Moderatoren betreuten, und zwar für viele Jahre. Und obwohl Wolle und ich nur knapp 30 Kilometer voneinander entfernt wohnen, musste unser erstes persönliches Treffen und die erste gemeinsame Ausfahrt mit dem Krad bis 2011 warten. Bald darauf erzählte mir Wolle von seinem Plan, mit dem Krad bis nach Sibiren zu reisen. Seine Begeisterung für dieses Vorhaben war für mich nicht zu übersehen, und jedesmal, wenn wir uns für eine gemeinsame Ausfahrt trafen, war seine bevorstehende Tour in den fernen Osten das beherrschende Thema. Und obgleich mich seine Erzählungen und Erwartungen ebenfalls sehr faszinierten, war ich doch sehr erleichtet, als Wolle wohlbehalten nach Zuhause zurückkehrte.

Fritze von Kradmelder24

Einleitung

Tja, wie kommt man auf die Idee so eine Reise anzutreten? Ganz einfach, man bekommt eine DVD geschenkt. In meinem Fall war es „Long way round“ von Charlie Borman und Ewan McGregor. Speziell die Teile zur Mongolei und Sibirien haben mich fasziniert. Also habe ich ein bisschen gegoogelt und bin beim ADV-Rider Forum auf die Reiseberichte von Walter Colebatch gestoßen. Damit nahm dann das Unheil seinen Lauf. Da auch immer etwas Glück zu so einem Projekt gehört, konnte ich dann diese Reise bereits 2015 nach 2 Jahren intensiver Recherche und Planung realisieren. Das Ergebnis lässt sich nun hier verfolgen.

Wir sind insgesamt 21.500 km auf eigener Achse unterwegs gewesen, davon ungefähr 8.000 km abseits befestigter Straßen, und von den restlichen 13.000 km war die Hälfte überwiegend schlechte Piste, wie zum Beispiel der Pamir-Highway.

Unterm Strich haben wir drei Satz Reifen gebraucht, bei rund vier Litern Durchschnittsverbrauch auf 100 km wurden 860 Liter Benzin unterschiedlichster Qualität (70 bis 95 Oktan) verbrannt, etwa fünf Meter Panzertape und ein ganzes Paket Strapse verbraucht für Feldreparaturen. Insgesamt erlitten wir sieben Plattfüße, zwei ich, Thom zwei und John drei bei der fetten 1200 GS Adventure. Ach ja, und natürlich nicht zu vergessen: eine total verbrannte Kupplung seiner Beemer, 260 km vor Tynda.

Wir haben in den verschiedensten Unterkünften genächtigt, vom 4-Sterne-Hotel in Ulan Ude bis zur heruntergekommenen Gostinitza, irgendwo in Weißrussland, dazu etliche Nächte im Zelt verbracht, teilweise direkt neben der BAM und auch an wundervollen Plätzen in der Mitte vom Nirgendwo.

Wir lernten viele tolle Menschen kennen und wurden von der Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit der Menschen in den von uns besuchten Länder wirklich überrascht.

Folgende Länder haben wir bereist:

Polen – Weißrussland – Russland – Kasachstan – Usbekistan – Tadschikistan – China (ein paar Schritte über die Grenze am Pamir-Highway) – Kirgisistan – Kasachstan – Russland (Altai) – Mongolei – Russland (Baikal-Region und BAM) – Lettland – Litauen – Polen

Polen, Weißrussland und das Baltikum waren letztlich nur Länder und Regionen, die wir schnell durchquerten, aber wir konnten doch auch einen kleinen Eindruck gewinnen – aber natürlich nicht vergleichbar mit den anderen Ländern, die wir im wahrsten Sinne des Wortes erfahren haben. Doch dazu dann mehr im Bericht.

Vielleicht noch ein Wort, bevor es losgeht: unsere Erfahrungen sind natürlich subjektiv, aber ich bin sicher, dass andere Reisende ähnlich positive Erfahrungen gemacht haben. Und, unterwegs hat sich gezeigt, dass eine gute Vorbereitung von Mensch und Maschine unerlässlich ist. Außerdem sollte man immer offen und freundlich auf die Menschen zugehen. Dann wird man mit tollen Erlebnissen belohnt.

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Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.