Kontrolle wie bei der Polizei

Die nächste Motorrad-Verkehrskontrolle kommt bestimmt – und wer dann nicht vorbereitet ist, zahlt drauf. In diesem Spezial zeige ich euch, wie ihr mit wenig Aufwand selbst überprüfen könnt, ob euer Krad bei der nächsten Kontrollstelle durchkommt. Denn die Polizei schaut bei Motorradkontrollen regelmäßig nach denselben Punkten: Spiegel, Reifenprofil, Kennzeichenwinkel, Rückstrahler, Auspuffanlage und Bremshebel. Wer diese Sachen im Griff hat, hat größte Chancen auf eine unbehelligte Weiterfahrt.

Standgeräuschmessung selbst durchführen

Für eine Standgeräuschmessung braucht ihr einen abgelegenen Parkplatz im Freien, dessen Untergrund aus Beton, Asphalt oder einem gleichwertigen Material besteht – kein Schnee, kein Gras, keine losen Materialien. Die Messfläche muss offen sein: Innerhalb eines Radius von 3 Metern um den Mikrofonstandort und um jeden Punkt des Motorrads dürfen keine großen reflektierenden Flächen vorhanden sein.

Fritze zeigt Dir in diesem Video, wie Du selbst mit wenig Aufwand die wichtigsten Checks am Motorrad vornehmen kannst, um in der nächsten Verkehrskontrolle mit der Polizei keine böse Überraschung zu erleben.

Der Schallpegelmesser wird auf einem Stativ im Abstand von 50 cm und einem seitlichen Winkel von 45° hinter der Mündung des Endschalldämpfers aufgestellt – genau auf Höhe des Endrohrs. Der betriebswarme Motor wird gleichmäßig auf die halbe Nenndrehzahl beschleunigt, diese mindestens eine Sekunde gehalten, dann schlagartig auf Leerlauf zurückgenommen. Die Polizei führt drei Messungen durch, die nicht mehr als 2 dB voneinander abweichen dürfen; der höchste Wert gilt.

Die zulässige Nenndrehzahl und der dB-Grenzwert stehen in der Zulassungsbescheinigung in den Feldern U.2 (Drehzahl) und U.1 (dB-Wert). Sind dort keine Werte eingetragen, gilt: Bei Motoren mit einer Nenndrehzahl über 5.000 U/min wird auf 50 % gestellt, bei Motoren darunter auf 75 %. Diese Angaben gelten nur für neuere Fahrzeuge nach EU-Recht; für ältere StVZO-Zulassungen und Oldtimer gelten abweichende Regelungen.

Für private Tests reichen günstige Schallpegelmesser mit einer Toleranz von 0,5 dB, die bereits ab 15–20 Euro erhältlich sind, oder eine Smartphone-App. Wichtig: Der Umgebungsgeräuschpegel muss mindestens 10 dB niedriger liegen als der gemessene Spitzenwert am Auspuff. Die Polizei zieht vom gemessenen Wert 5 dB Toleranz zu euren Gunsten ab – aber ab dem sechsten dB über dem Grenzwert wird’s teuer.

Worauf die Polizei bei Motorradkontrollen achtet

VerstoßDeliktKonsequenzen
Stand­geräusch:
> 6 dB über Grenzwert
OWi50 Euro Bußgeld
Stand­geräusch:
> 10 dB über Grenzwert
OWi90 Euro (Fahrzeug auf fremden Namen) bzw. 135 Euro (Fahrzeug auf eigenen Namen)
Auspuff­manipulation /
dB-Killer entfernt
Erlöschen BE
§ 19 StVZO
Grundtatbestand, keine Bagatelltoleranz; Stilllegung des Motorrads, Abschleppen, ggf. Strafanzeige; Bußgeld laut aktuellem Forderungsstand bis 1.000–1.500 Euro (bei Vorsatz das Doppelte)
Kennzeichen­winkel über 30°OWiBußgeld
Kennzeichen­winkel ab ca. 45–50°Straftat
§ 22 StVG
Kennzeichen­missbrauch
Fahrt wird beendet; strafrechtliche Konsequenzen
Fehlender RückstrahlerOWi /
Erlöschen BE
Bußgeld; ggf. Stilllegung
Hintere Blinker mehr als 30 cm von der hintersten Fahrzeug­kante entferntOWi /
Erlöschen BE
Bußgeld; ggf. Stilllegung
Reifenprofil unter 1,6 mmOWiBußgeld; Verwarnung (Abfahrmarken der meisten Reifen liegen bereits bei 1,0 mm – wer die Marken abgefahren hat, ist längst im Verbotsbereich)
Spiegel zu klein (Fläche < 69 cm²;
runder Spiegel: Durchmesser < 94 mm;
nicht-runder Spiegel: kein einbeschreibbarer Kreis mit 78 mm Durchmesser)
OWi /
Erlöschen BE
Bußgeld; ggf. Stilllegung
Nicht zugelassene Bremshebel verbaut
(Kupplungshebel interessiert nicht)
OWi /
Erlöschen BE
Bußgeld; ggf. Stilllegung

Hinweis: Die genannten Bußgeldbeträge entsprechen dem zum Zeitpunkt der Videoaufnahme gültigen Bußgeldkatalog. Für die jeweils aktuell gültigen Beträge bitte den aktuellen Bußgeldkatalog konsultieren.

Mein Fazit

Umbauten am Krad – ja, warum nicht. Aber bleibt innerhalb der Vorschriften, dann gibt es hinterher auch kein Rumgeheule. Insbesondere bei der Auspuffanlage rate ich: Lasst sie, wie sie ist, oder kauft eine Sportanlage mit DB-Killer. Alles andere führt zu unnötigem Stress, happigen Bußgeldern und im schlimmsten Fall zur Stilllegung eures Motorrads. Die meisten Beamten in Krad-Kontrollgruppen fahren selbst Motorrad – die kriegen Umbauten raus. Also haltet euer Zeug einfach in Ordnung, dann habt ihr bei der nächsten Verkehrskontrolle auch nichts zu befürchten.

Die Linke zum Gruß,
Euer Fritze von Kradmelder24


Mitwirkende
Fritze
Fritze


Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert, erfolgen jedoch ohne Gewähr. Rechtsgrundlagen beziehen sich auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung geltenden Stand und können sich seitdem geändert haben. Im konkreten Einzelfall wende dich an einen Rechtsanwalt oder eine andere zur Rechtsberatung befugte Stelle. Externe Inhalte verlinkter Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar.

FAQ zum Thema Motovlog
Was ist ein Motovlog?
Ein Motovlog (kurz für Motorcycle Videoblog) ist ein Videotagebuch, das während einer Motorradfahrt aufgenommen wird. Die Kamera ist dabei meist am Helm oder Motorrad befestigt. Der Fahrer kommentiert das Geschehen live – über Verkehr, Strecke, Erlebnisse oder Technik.
Wer ist der größte deutsche Motovlogger?
Nach reiner Abonnentenzahl führt Moji mit rund 1,3 Millionen Abonnenten, gefolgt von Blackout (Sören, ~800.000) und Kuhlewu (Chris, ~650.000). Diese drei dominieren die deutschsprachige Motovlog-Szene auf YouTube klar. Doch Reichweite und Qualität sind zweierlei. Viele der reichweitenstärksten Kanäle leben von Überholmanövern am Limit, riskanten Schikanen und dem Nervenkitzel knapper Situationen – das zieht Klicks, setzt aber gefährliche Maßstäbe. Kanäle, die Motorradfahren mit Hirn zeigen, moderates Tempo, vorausschauendes Fahren und echte Reiseerlebnisse statt Adrenalinjunkies – wachsen langsamer, weil der Algorithmus nur Eskalation belohnt. KRADMELDER24 gehört bewusst zu dieser leisen Mehrheit: über 400 Folgen seit 2015, kein einziger Stunt, dafür jede Menge Europa, Reisen und Humor.
Was braucht man zum Motovloggen?
Um mit dem Motovloggen zu beginnen, benötigst Du die richtige Ausrüstung und eine klare Vorstellung von Deinen Inhalten. Die Grundausstattung umfasst eine Kamera, eine Halterung und ein Mikrofon im Helm. Plane Deine Aufnahmen, um eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Verwende eine Videobearbeitungssoftware, um Clips zu schneiden, Musik hinzuzufügen und den Ton zu optimieren. Veröffentliche Deine Vlogs regelmäßig auf einer Plattform Deiner Wahl, wie z.B. YouTube, und interagiere mit Deiner Community. Überlege, welche Art von Inhalten Du teilen möchtest (z.B. Touren, Reparaturanleitungen, Produkttests) und wen Du damit erreichen willst. Authentizität ist dabei entscheidend.
Wieviel verdient ein Motovlogger?
YouTube-Einnahmen funktionieren über Google AdSense: YouTube schaltet vor oder während eines Videos Werbung und zahlt dem Kanal einen Anteil – aber nur dann, wenn die Werbung tatsächlich angeschaut wird. Wer den Skip-Button drückt oder einen Adblocker nutzt, bringt dem Kanal nichts. Die Kennzahl dafür heißt RPM (Revenue per Mille) – der Verdienst pro 1.000 tatsächlich gesehener Aufrufe. Im Motovlog-Bereich liegt der RPM typischerweise zwischen 1,50 € und 4,00 €. Ein Kanal mit 500.000 Abonnenten erzielt bei einem Video mit 200.000 Aufrufen und einem RPM von 2,50 € rund 500 € pro Video. Bei zwei Videos pro Monat wären das etwa 1.000 € – vor Steuer, vor YouTube-Anteil (30 %), und nur solange die Zuschauer die Werbung nicht wegklicken. Ein Kanal mit 5.000 Abonnenten kommt bei realistischen 2.000 Aufrufen pro Video und demselben RPM auf gerade mal 5 € pro Video. Im Monat also vielleicht 10 € – ein Betrag, der die Serverkosten kaum deckt. KRADMELDER24 hat sich mit rund 6.500 Abonnenten bewusst gegen die Monetarisierung entschieden. Die Werbeeinnahmen wären bei dieser Reichweite so gering, dass sie in keinem Verhältnis dazu stehen würden, die Zuschauer mit Werbeunterbrechungen zu nerven.
Brauche ich eine Genehmigung zum Motovloggen?
In Deutschland ist das Filmen im öffentlichen Straßenverkehr für den Privatgebrauch grundsätzlich erlaubt. Für die Veröffentlichung gelten jedoch das Datenschutzrecht (DSGVO) und das Recht am eigenen Bild – erkennbare Personen oder Kennzeichen sollten unkenntlich gemacht werden. Keine Rechtsberatung! Bei Unsicherheit bitte anwaltlich klären!
Wie fange ich mit dem Motovloggen an?
Einfach anfangen: eine günstige Action-Kamera besorgen, am Helm befestigen und losfahren. Für den Ton empfiehlt sich ein Lavalier-Mikrofon im Helm. Zum Schneiden eignet sich kostenloses Software wie DaVinci Resolve. Wichtiger als perfekte Technik ist ein authentischer, persönlicher Stil.
Muss ich meine YouTube-Einnahmen versteuern?
Ja – als YouTuber in Deutschland bist du grundsätzlich steuerpflichtig, sobald du regelmäßige Einnahmen mit Gewinnerzielungsabsicht erzielst. Der Grundfreibetrag lag 2025 bei ca. 12.096 Euro pro Jahr – das entspricht etwa 1.000 Euro Gewinn im Monat. Nebenberuflich sind Gewinne bis zu 410 Euro pro Jahr steuerfrei. Bei mehr als 820 Euro im Jahr besteht eine Erklärungspflicht. Gewerbesteuer fällt erst ab 24.500 Euro Jahresgewinn an, Umsatzsteuer bei über 22.000 Euro Umsatz im Vorjahr (ohne Kleinunternehmerregelung). Zu den steuerpflichtigen Einnahmen zählen nicht nur AdSense-Werbeeinnahmen, sondern auch Sponsoring, Affiliate-Links, Merch-Verkäufe und der Wert von erhaltenen Gratisprodukten (ab 10 Euro Wert). Dies ist keine Steuerberatung! Bei konkreten Fragen bitte einen Steuerberater hinzuziehen.

2 Kommentare

  1. Moin Fritze, meine Frage hat jetzt nichts mit der Sache zu tun, aber mich interessiert ganz brennend, wie bzw. womit du zwischen deinen Kameras hin- und her schaltest. Ich habe auch vor mehrere Sony Cams zu nutzen und habe keinen Plan. Auch im WWW nichts konkretes gefunden!
    Gruß aus dem Harz, Matze

    • Hi Mathias, ich nehme mit allen Kameras gleichzeitig auf und bestimme dann hinterher im Schnittprogramm, welche Szene gesehen werden soll. Das ist ganz einfach.
      DLzG Fritze

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