🔊 Schluss mit laut

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Das Verkehrsministerium hat sogenannte Soundgeneratoren verboten. Das dĂŒrfte der grĂ¶ĂŸte Einschnitt in Sachen Tuning seit vielen Jahren sein. Die Behörde kommt damit der Forderung zahlreicher Kommunen nach, die wegen sogenannter Autoposer Probleme mit dem AuspufflĂ€rm getunter Fahrzeuge hatten. Außerdem hat die Behörde mögliche Änderungen an der Steuerung fĂŒr Auspuffklappen eingeschrĂ€nkt.

Im Verkehrsblatt 5/2018 gibt das Bundesministerium fĂŒr Verkehr bekannt, dass sogenannte Soundgeneratoren im NachrĂŒstbereich ab sofort keine Bauteil-Genehmigung mehr erhalten. Die zusĂ€tzlichen GerĂ€te widersprechen den Anforderungen §§ 30 Abs 1 Nr. 1 und 55 StVZO. Teilegutachten nach §19 und die Erlangung der allgemeinen Betriebserlaubnis nach §22 sind abzulehnen. Eine Abnahme nach §21 StVZO ist ebenfalls nicht mehr möglich.

Guter Auspuffsound ist vielen Tuning-Fans wichtig. Die LautstÀrke bereitet seit einiger Zeit Probleme.
Guter Auspuffsound ist vielen Tuning-Fans wichtig. Die LautstÀrke bereitet seit einiger Zeit Probleme. (Bild: pixabay)

Das Verbot solcher Soundgeneratoren kommt nach den expliziten AusfĂŒhrungen des Ministeriums nicht von ungefĂ€hr. Bei zahlreichen Kontrollen von getunten Fahrzeugen sind solche Soundgeneratoren aufgefallen. Der GerĂ€uschpegel, den im Endrohr bzw. EndschalldĂ€mpfer eingesetzte Soundaktoren (Sound Actuator) erzeugen, kann weit ĂŒber dem zulĂ€ssigen Höchstindex von 75 Dezibel (dB) liegen, fĂŒr ein Fahrzeug mit 272 PS Leistung (200 kW). An einem sichergestellten Fahrzeug in Mannheim haben Polizeibeamte 138 dB gemessen. Der Lamborghini von Ex-Fußballer Tim Wiese war bei Messungen sogar 139 dB laut, bei erlaubten 88 (fĂŒr dieses Fahrzeug). Ein startender DĂŒsenjet erzeugt im Vergleich nur 115 dB.

Eine Ausnahme von dieser Regelung gilt ausschließlich fĂŒr Elektroautos. Hier dĂŒrfen zum FußgĂ€ngerschutz akustische Warntöne abgegeben werden. FĂŒr den Fall, dass Fahrzeuge bereits ab Werk ĂŒber Soundgeneratoren bzw. ansteuerbare Auspuffklappen mit verschiedenen Stufen verfĂŒgen, gilt: Die VerĂ€nderung darf nicht lauter sein, als die bei der ursprĂŒnglichen Typgenehmigung abgenommen GerĂ€uschpegel, in allen Fahrmodi und allen Drezahlbereichen. Es gilt die 75-dB-Regel bei 200 kW Leistung. Ist ein Fahrzeug ab Werk demnach stĂ€rker motorisiert, darf es auch lauter sein. Bei weniger Motorleistung gelten auch niedrigere Grenzwerte. Gemessen wird eine Vorbeifahrt mit konstanter Geschwindgkeit, wie das volle Beschleunigen aus 50 km/h.

Download: Hier das offizelle SchriftstĂŒck des Verkehrsministerium

Quelle: Autozeitung

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