Wie Kreise auf der Straße Leben retten

Linkskurven und Motorräder – das ist eine Kombination, die jedes Jahr schwere Unfälle fordert. Mit speziellen Fahrbahnmarkierungen will Deutschland jetzt ein bewährtes Konzept aus Österreich übernehmen, das Motorradfahrer von der Mittellinie fernhält. Was steckt hinter den Ellipsen auf dem Asphalt?

Das Problem: Wenn der Oberkörper auf die Gegenspur ragt

Einige Biker scheinen die Straße mit einer Rennstrecke zu verwechseln und streben andauernd so eine Art Pseudo-Ideallinie an. Besonders in Linkskurven bedeutet das jedoch akute Lebensgefahr!

Jeder Motorradfahrer lernt es in der Fahrschule: Linkskurven muss man rechts anfahren. Klingt paradox, ist aber überlebenswichtig. Denn wer eine Linkskurve zu weit links anfährt – also zu nah an der Fahrbahnmitte –, bleibt mit den Rädern vielleicht auf dem eigenen Fahrstreifen. Durch die Schräglage ragen Helm, Oberkörper und Schultern aber über die Mittellinie hinaus in den Gegenverkehr. Bei einer Begegnung mit einem Lkw oder Bus endet das oft das tödlich.

Die Realität auf deutschen Landstraßen sieht leider anders aus als die Theorie. Viele Motorradfahrer fahren Kurven falsch und besonders Linkskurven zu nah am Mittelstreifen an. Die Gründe dafür sind vielfältig: Angst vor Schmutz und Sand am rechten Fahrbahnrand, ein zu kurzer Blick vor das Vorderrad statt weit in den Kurvenverlauf, mangelnde Erfahrung oder schlicht Unkenntnis der korrekten Kurvenlinie. Das Ergebnis ist immer dasselbe – eine gefährlich nahe Fahrlinie am Gegenfahrstreifen.

Alarmierende Unfallzahlen: Motorradfahrer als Hochrisikogruppe

Laut ADAC-Unfallforschung werden jährlich mehr als 500 Motorradfahrer getötet und fast 10.000 schwer verletzt. Die Verunglücktenrate – also die Zahl der Verunglückten pro gefahrene Milliarde Kilometer – liegt bei Motorrädern siebenmal höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern. Besonders gefährlich sind Landstraßen: Rund 72 Prozent aller tödlich verunglückten Motorradfahrer kommen auf Außerortsstraßen ums Leben, häufig in Kurvenbereichen.

Ein Drittel aller schweren Motorradunfälle außerorts sind Alleinunfälle, bei denen die Fahrer auf kurvigen Streckenabschnitten die Kontrolle verlieren. Geschwindigkeit ist dabei die Unfallursache Nummer eins: In Baden-Württemberg etwa waren 2024 fast 42 Prozent der Motorradunfälle mit Personenschaden auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.

Die Idee aus Österreich: Balken und Ellipsen als Lebensretter

Die Lösung kommt aus den Alpen. Bereits 2016 startete Österreich als Vorreiter mit speziellen Fahrbahnmarkierungen in Kurven. Sechs Kurven am Großglockner, 14 in der Steiermark und 19 in Tirol wurden versuchsweise mit Balken oder Ellipsen entlang der Mittellinie markiert. Bis 2022 waren es bereits Dutzende Strecken auf beliebten österreichischen Motorradrouten.

Bundesweiter Verkehrsversuch mit elliptischen Markierungen (Zeichen 343) auf der Fahrbahn in der Eifel (L218, LK Düren).

Das Prinzip ist simpel, aber wirkungsvoll: Die Markierungen werden in Linkskurven neben der Leitlinie aufgebracht und bilden eine Art optische Sperrfläche. Sie sind dabei bewusst nicht als geschlossene Sperrfläche ausgeführt – sie dürfen also überfahren werden und haben keine rechtlich bindende Wirkung. Ihre Kraft liegt in der Psychologie: Die meisten Motorradfahrer haben eine tief verinnerlichte Scheu vor weißen Fahrbahnmarkierungen, die sie als rutschig empfinden. Diesen Effekt nutzen die Markierungen aus – sie halten Biker instinktiv auf Abstand zur Mittellinie.

Hinweistafel auf der L218 im Kreis Düren. Die Versuchsstrecke ist 400 Meter lang.

Luxemburg übernahm das Konzept ab 2018. Auf einem neun Kilometer langen Abschnitt der N25 zwischen Wiltz und Kautenbach wurden rund 50 Kurven auf fünf Strecken mit Farbbalken markiert. Der Clou: Drei der 35 Kurven waren bereits vor dem Aufbringen der Balken mit Videokameras ausgestattet worden, sodass ein direkter Vorher-Nachher-Vergleich möglich war. Das Ergebnis war beeindruckend: Vor der Markierung fuhren gleich viele Motorradfahrer komplett im Gegenverkehr wie auf der korrekten, sicheren Linie – jeweils zehn Prozent. Nach der Markierung verschob sich das Verhältnis auf nur noch ein Prozent im Gegenverkehr gegenüber 29 Prozent auf der korrekten Linie. Wichtig dabei: Die Markierungen hatten keinerlei negative Auswirkungen auf andere Verkehrsteilnehmer wie Auto- oder Fahrradfahrer.

Auch Slowenien sammelte in der Folge positive Erfahrungen mit dem System.

Deutschland zieht nach: Der Pilotversuch in der Eifel

Im Mai 2023 startete in Deutschland der erste offizielle Verkehrsversuch auf der Landesstraße L218, der sogenannten „Panoramastraße“ zwischen Vossenack (Gemeinde Hürtgenwald) und Schmidt (Gemeinde Nideggen) im Kreis Düren. Die Strecke in der Eifel ist bei Motorradfahrern äußerst beliebt – aber leider auch ein kritischer Unfallschwerpunkt: allein in den Jahren 2021 und 2022 ereigneten sich dort 34 Verkehrsunfälle, bei 28 davon waren Motorradfahrer beteiligt.

Auf unserer Fahrt durchs Namlostal (Tirol) konnten wir die Kreise 2023 bereits live erleben (Fritzes Motovlog MV320).

In zwei besonders unfallträchtigen Linkskurven wurden jeweils rund 30 bis 40 Ellipsen unterschiedlicher Breite auf dem Asphalt angebracht. Die Ellipsen sind 1,05 Meter lang und zwischen 0,50 und 1,40 Meter breit, im Abstand von drei Metern zueinander aufgebracht. Sie verlaufen entlang der Mittellinie und sollen Motorradfahrer dazu bringen, rechts von ihnen zu fahren.

Besonderer Wert wurde auf das Material gelegt: Statt normaler Straßenfarbe kommt eine sogenannte Kaltreibeplastik mit nachgestreuten Griffigkeitsmitteln zum Einsatz – ohne die sonst üblichen Glasperlen. Damit ist die Griffigkeit sogar höher als bei herkömmlichen Fahrbahnmarkierungen, wie sie etwa an Zebrastreifen oder bei Richtungspfeilen verwendet werden. Die Ellipsen sind also tatsächlich nicht rutschig, auch wenn das instinktive Misstrauen der Motorradfahrer genau der gewünschte Effekt ist.

Der Verkehrsversuch wurde als Kooperation von Straßen.NRW, der RWTH Aachen (Institut für Straßenwesen), dem Kreis Düren und der Polizei Düren durchgeführt. Das NRW-Verkehrsministerium begleitete das Projekt. Im Verkehrsblatt des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) wurde das neue Markierungszeichen als „Zeichen 343 – Kurvenmarkierung für Zweiradfahrer“ dokumentiert.

Bekanntmachung des Zeichens 343, Kurvenmarkierung für Zweiradfahrer (PDF)

Wissenschaftliche Ergebnisse: Doppelt so viele Fahrer auf sicherer Linie

Die RWTH Aachen wertete den Versuch wissenschaftlich aus. Das Fahrverhalten der Motorradfahrer wurde mittels datenschutzkonformer Wärmebildkameras erfasst, die ausschließlich Fahrbewegungen und Positionen aufzeichneten – keine Kennzeichen oder Gesichter.

Kreise im Namlostal, gesehen auf unserer HUWILENO-Tour in die Berge (2023).

Die Ergebnisse nach dem zweijährigen Versuchszeitraum (2023–2024) waren überzeugend:

  • 85 Prozent der Motorradfahrer bewegten sich nach dem Anbringen der Markierungen im sicheren Bereich – eine Verdopplung gegenüber der Situation vor dem Versuch.
  • Die sichere Fahrlinie wurde doppelt so häufig gewählt wie zuvor.
  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit in den markierten Kurven ging zurück.
  • Die Kollisionsgefahr mit dem Gegenverkehr nahm im Untersuchungszeitraum ab.
  • Das Unfallgeschehen veränderte sich positiv, und Geschwindigkeitsüberschreitungen in den Kurven gingen zurück.

Straßen.NRW und die RWTH Aachen setzen sich seitdem dafür ein, dass die Ellipsenmarkierungen an der L218 dauerhaft erhalten bleiben und auf weitere unfallgefährdete Motorradstrecken ausgeweitet werden.

DVR-Beschluss: Bundesweite Einführung gefordert

Am 15. Oktober 2025 fasste der Vorstand des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) einen wegweisenden Beschluss. Auf Grundlage der Ergebnisse aus dem In- und Ausland attestierte der DVR den Kurvenmarkierungen eine grundsätzlich positive Wirkung auf die Verkehrssicherheit.

Die zentralen Forderungen und Empfehlungen des DVR:

  • Das Bundesverkehrsministerium soll die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, um die Kurvenmarkierung Z343 auf weiteren Motorradstrecken in ganz Deutschland einsetzen zu können.
  • Die Straßenverkehrsbehörden sollen den Einsatz der Markierung auf unfallträchtigen Motorradstrecken prüfen.
  • Die Wirkung der Kurvenmarkierung soll weiterhin wissenschaftlich evaluiert werden, insbesondere hinsichtlich Einsatzgrenzen, Markierungsmuster, Größe und Platzierung innerhalb der Kurve.

Damit steht die Kurvenmarkierung Z343 an der Schwelle zur bundesweiten Einführung – ein Schritt, den Verkehrssicherheitsexperten seit Jahren fordern.

So funktioniert die Kurvenmarkierung im Detail

Das Grundprinzip der Markierung beruht auf zwei Mechanismen:

FAQ Kurven fahren mit dem Motorrad
Was sind Kurvenmarkierungen für Motorradfahrer?
Kurvenmarkierungen sind spezielle Fahrbahnmarkierungen in Form von Ellipsen, Balken oder Halbkreisen, die in Linkskurven entlang der Mittellinie aufgebracht werden. Sie sollen Motorradfahrer visuell dazu anleiten, eine sichere Fahrlinie mit ausreichend Abstand zur Gegenfahrbahn zu wählen. Die Markierungen haben keine rechtlich bindende Wirkung und dürfen überfahren werden.
Warum sind Linkskurven für Motorradfahrer besonders gefährlich?
In Linkskurven fahren Motorradfahrer in Schräglage auf den Gegenfahrstreifen zu. Wer die Kurve zu nah an der Mittellinie anfährt, bleibt zwar mit den Rädern auf dem eigenen Fahrstreifen – Helm, Schultern und Oberkörper ragen durch die Schräglage aber über die Fahrbahnmitte hinaus in den Gegenverkehr. Kommt dann ein Fahrzeug entgegen, kann es zu einer Kollision kommen.
Wie funktioniert die Kurvenmarkierung Z343?
Das Zeichen 343 besteht aus mehreren Ellipsen unterschiedlicher Breite, die im Abstand von etwa drei Metern entlang der Mittellinie in Linkskurven aufgebracht werden. Motorradfahrer sollen die Markierungen rechts umfahren und halten so automatisch einen sicheren Abstand zur Gegenfahrbahn. Die Wirkung beruht einerseits auf der visuellen Führung durch die Ellipsen und andererseits auf der instinktiven Scheu vieler Motorradfahrer, Fahrbahnmarkierungen zu überfahren.
Sind die Kurvenmarkierungen rutschig?
Nein. Die Markierungen bestehen aus einer speziellen Kaltreibeplastik mit nachgestreuten Griffigkeitsmitteln ohne Glasperlen. Damit bieten sie sogar eine höhere Griffigkeit als herkömmliche Fahrbahnmarkierungen wie etwa an Zebrastreifen oder bei Richtungspfeilen. Die verbreitete Annahme, dass weiße Bodenmarkierungen rutschig sind, ist in diesem Fall unbegründet.
Wo gibt es Kurvenmarkierungen in Deutschland?
Der erste und bislang einzige offizielle Verkehrsversuch in Deutschland fand von Mai 2023 bis 2024 auf der Landesstraße L218 statt, der sogenannten Panoramastraße zwischen Vossenack und Schmidt im Kreis Düren (Eifel). Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat fordert seit Oktober 2025, die Markierung auf weiteren unfallträchtigen Motorradstrecken bundesweit einzusetzen.
Welche Ergebnisse hat der Pilotversuch in der Eifel geliefert?
Die wissenschaftliche Begleitung durch die RWTH Aachen ergab, dass sich nach dem Anbringen der Markierungen 85 Prozent der Motorradfahrer im sicheren Bereich bewegten – eine Verdopplung gegenüber vorher. Außerdem ging die Durchschnittsgeschwindigkeit in den markierten Kurven zurück, und das Unfallgeschehen veränderte sich positiv.
Gibt es Kurvenmarkierungen auch in anderen Ländern?
Ja. Österreich gilt als Vorreiter und setzt seit 2016 Balken und Ellipsen auf beliebten Motorradstrecken ein, etwa am Großglockner, in der Steiermark und in Tirol. Luxemburg markierte ab 2018 rund 50 Kurven auf fünf Strecken mit Farbbalken und konnte dabei einen deutlichen Rückgang der Fahrer im Gegenverkehr nachweisen. Auch Slowenien hat positive Erfahrungen mit dem System gesammelt.
Muss ich die Kurvenmarkierungen beachten oder darf ich sie überfahren?
Die Kurvenmarkierung Z343 ist keine Sperrfläche im Sinne der StVO und darf von allen Verkehrsteilnehmern überfahren werden. Sie hat keine rechtlich bindende Wirkung, sondern dient als visuelle Empfehlung. Allerdings ist es im eigenen Interesse jedes Motorradfahrers, die Markierungen rechts zu umfahren und so eine sichere Kurvenlinie einzuhalten.
Was ist die richtige Fahrlinie in einer Linkskurve mit dem Motorrad?
Die Grundregel lautet: Linkskurven werden von der rechten Fahrstreifenseite aus angefahren. Der Fahrer bleibt lange außen, lenkt spät in die Kurve ein und passiert den Scheitelpunkt etwa in der Mitte des eigenen Fahrstreifens. Dadurch bleibt genügend Abstand zum Gegenfahrstreifen, und am Kurvenausgang befindet sich das Motorrad in einer günstigen Position für eine eventuell folgende Gegenkurve.
Wie viele Motorradfahrer sterben jährlich auf deutschen Straßen?
Laut Statistischem Bundesamt kamen im Jahr 2024 insgesamt 513 Fahrer von Krafträdern bei Verkehrsunfällen ums Leben. Rund 72 Prozent aller tödlich verunglückten Motorradfahrer sterben auf Landstraßen, häufig in Kurvenbereichen. Motorradfahrer machen etwa ein Fünftel aller Verkehrstoten in Deutschland aus.

1. Visuelle Führung: Die Ellipsen geben dem Motorradfahrer eine optische Orientierung für die ideale Kurvenlinie. Wer rechts der Markierungen fährt, hält automatisch ausreichend Abstand zur Gegenfahrbahn und fährt über den Scheitelpunkt der Kurve in der Mitte der eigenen Spur. Ein positiver Nebeneffekt: Am Kurvenausgang befindet sich das Motorrad in einer günstigen Position für eine eventuell folgende Gegenkurve.

2. Psychologische Hemmung: Motorradfahrer meiden instinktiv das Überfahren von Bodenmarkierungen – sei es aus begründeter Vorsicht oder unbegründeter Angst vor Rutschgefahr. Diesen Effekt machen sich die Markierungen gezielt zunutze.

Am Beginn der markierten Strecken wird die Bedeutung der Markierung zusätzlich auf einer Hinweistafel erläutert, damit auch ortsfremde Fahrer den Sinn der Ellipsen sofort verstehen.

Verschiedene Muster im europäischen Vergleich

In Europa wurden bislang unterschiedliche Markierungsmuster erprobt:

  • Österreich setzte zunächst auf Balken und Ellipsen in verschiedenen Formen.
  • Luxemburg verwendete Farbbalken quer zur Fahrtrichtung.
  • Deutschland (NRW) entschied sich für ellipsenförmige Markierungen unterschiedlicher Breite.
  • Slowenien sammelte ebenfalls positive Erfahrungen mit dem System.

Alle Varianten verfolgen dasselbe Ziel und haben in den jeweiligen Pilotversuchen positive Ergebnisse gezeigt. Welches Muster sich langfristig als Standard durchsetzt, werden die weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen.

Kritische Einordnung: Keine Wunderwaffe, aber ein wirksames Werkzeug

Wie bei jeder Verkehrssicherheitsmaßnahme gilt auch hier: Die Kurvenmarkierung ist kein Allheilmittel. Motorradunfälle sind statistisch betrachtet seltene Ereignisse, die nahezu überall im Straßennetz auftreten. Ein unmittelbarer kausaler Zusammenhang mit einem einzelnen Infrastrukturelement ist oft schwer nachzuweisen. Auch der DVR weist darauf hin, dass der Vergleichszeitraum des deutschen Pilotversuchs relativ kurz war.

Die wichtigste Regel lautet weiterhin:

„Linkskurven werden rechts angefahren!“

Zudem kann keine Markierung das Fehlverhalten einzelner Fahrer vollständig kompensieren. Überhöhte Geschwindigkeit, mangelnde Erfahrung und Selbstüberschätzung bleiben die Hauptunfallursachen. Die Markierung ist daher am wirksamsten als Teil eines Gesamtkonzepts, das auch Fahrsicherheitstrainings, technische Sicherheitssysteme wie Kurven-ABS und Traktionskontrolle sowie bauliche Schutzmaßnahmen wie Unterfahrschutz an Leitplanken umfasst.

Dennoch: Die Ergebnisse aus Österreich, Luxemburg und Deutschland zeigen übereinstimmend, dass die Markierungen das Fahrverhalten messbar verbessern – und das bei extrem niedrigen Kosten im Vergleich zu anderen infrastrukturellen Maßnahmen.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Nach dem DVR-Beschluss vom Oktober 2025 liegt der Ball beim Bundesverkehrsministerium. Es muss die rechtlichen Voraussetzungen schaffen, damit die Kurvenmarkierung Z343 nicht nur als Pilotprojekt, sondern regulär auf unfallträchtigen Motorradstrecken im gesamten Bundesgebiet eingesetzt werden kann. Die wissenschaftliche Grundlage ist gelegt, die internationalen Erfahrungen sind positiv, und die Nachfrage aus den Bundesländern ist vorhanden.

Für Motorradfahrer bleibt unabhängig von allen Markierungen die wichtigste Regel bestehen: Linkskurven werden rechts angefahren, der Blick geht weit in den Kurvenverlauf, und die Geschwindigkeit wird vor der Kurve angepasst – nicht erst darin. Wer das verinnerlicht, braucht die Ellipsen auf dem Asphalt im besten Fall gar nicht. Aber für alle anderen können sie den entscheidenden Unterschied machen.

Update 28.04.2026: Seit dem 17. April gibt es solche Kreise auch in Niedersachsen. Neulich wurden die Markierungen (Zeichen 343) laut der Niedersächsischen Behörde für Straßenbau auf der B3 zwischen Scheden und Dransfeld (sog. Schedener Kurven), südlich von Göttingen, auf der Fahrbahn aufgebracht. Zu diesem Zweck war das betreffende Teilstück wegen Bauarbeiten für 3 Tage halbseitig gesperrt.

Pressemitteilung der Niedersächsischen Behörde für Straßenbau (PDF)

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