Karpaten-Tour 2017, Tag 6

Donnerstag, 31.08.17 Lasko – Slovenska Bistrica – Ptuj – Varadzin – Nagykanizsa – Keszthely – Heviz (243 km)

Nach einem, der Villa Monet entsprechend opulenten Frühstück, sind wir wieder gegen halb zehn aufgebrochen. Am Vorabend hatte ich noch die Scheinwerferbirnen ausgewechselt, weil sich die linke der beiden Birnen verabschiedet hat. Nun sieht die Ténéré wieder mit beiden Augen.

Startvorbereitungen in Lasko.
Startvorbereitungen in Lasko.

Die Route ging über Slowenien durch einen kleinen Zipfel von Kroatien und wieder zurück nach Slowenien, und dann nach gut 20 Kilometern nach Ungarn, weiter nach Heviz am Plattensee.

Die ersten knapp hundert Kilometer führten uns noch durch hügeliges Gelände, um dann in der Ebene durch kroatisches Gebiet weiter zu gehen. Über dieses Stückchen gibt es nicht viel zu berichten, außer dass es wie die Schweiz ist: Ortschaft folgt auf Ortschaft, so dass man gefühlt nicht voran kommt. Ansonsten eher langweilig, zumindest hier im eng besiedelten Norden.

Pausenstopp in glühender Hitze.
Pausenstopp in glühender Hitze.

Der Grenzübertritt zurück nach Slowenien war unspektakulär, zweimal auf 5 Metern Ausweis vorzeigen und das wars, jedenfalls für mich. Fritze wollte aus Versehen die Grenze durchbrechen, die Schranke war wegen mir ja noch offen, aber ein scharfer Ausruf vom Grenzpolizisten konnte das dann doch verhindern.

Der Grenzübergang von Slowenien dann nach Ungarn war aber dann wirklich fast zu übersehen, wenn dort nicht ein kleines Stück des ehemaligen „eisernen Vorhangs“ und ein halb verrostetes blaues Schild mit zu erahnenden Sternen und der Aufschrift „Magyarorszag“ aufgestellt wäre.

Fritzes Dicke hat die 100.000 voll.
Fritzes Dicke hat die 100.000 voll.

Dann ging es weiter in die pannonische Tiefebene Ungarns, meist über recht gut ausgebaute Straßen, überwiegend schnurgerade und kurvenarm, aber mit auffallend wenig Verkehr. Gegen halb zwei gibt Fritze mir über Funk Bescheid, dass er zum Fotostopp anhalten muss: seine Adventure hat die 100.000 Kilometer voll, das will gebührend gewürdigt werden. So halten wir in der Mittagshitze hinter Muraszemenye an, um das Ereignis zu dokumentieren.

In Heviz gibt es bei immer noch fast 40° das erste Bier des Tages.
In Heviz gibt es bei immer noch fast 40° das erste Bier des Tages.

Wir kamen auch anschließend gut voran und sind dann gegen 15 Uhr am Plattensee angekommen. Von der Straße aus sieht man vom See so gut wie nichts, wegen der hohen Büsche. Auf dieser Seite ist das Land komplett flach, nur auf der anderen Seeseite sind Hügel zu erkennen. Dort wird es morgen entlang gehen. Wir fahren weiter durch Keszthely und von dort die restlichen paar Kilometer nach Heviz. Hier hatten wir ein schnuckeliges Appartment gebucht, welches wir gegen halb vier erreichen. Die Vermieterin war wirklich lieb, auf meine Frage, ob sie ein kaltes Bier hätte setzte sie sich ins Auto und holte und ein paar kalte Dosen. Das Bier haben wir dann auch draußen unterm Sonnenschirm genossen.

Tagsüber regungslos: der Hauskater.
Tagsüber regungslos: der Hauskater.

Nachdem wir uns von der strapaziösen Fahrt erholt haben, machten wir uns landfein und unternahmen einen kleinen Spaziergang in den Ort, um uns einerseits etwas die Beine zu vertreten und andererseits Essen zu fassen. Tatsächlich fanden wir ein nettes Bistro mit Außenterrasse, wo wir und was Köstliches zum Essen bestellten. Der überaus aufmerksame Hauskater bewachte unterdessen unsere im Hof zurückgelassenen Maschinen.

 


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FAQ zum Thema Reise & Touren
Welches Motorrad fährt Fritze?
Fritze fährt eine BMW R 1200 GS Adventure, Baujahr 2007 – liebevoll „die Dicke" genannt. Mit ihrem 38-Liter-Tank ist sie ideal für lange Touren quer durch Europa. Die Maschine ist seit vielen Jahren sein treuer Begleiter und hat unter anderem Schottland, die Karpaten, die Pyrenäen und Skandinavien gesehen.
Wie plant Kradmelder24 die Touren?
Die Routen werden mit der Kurviger-App geplant und anschließend als GPX-Track aufs Navi übertragen. Autobahnen werden so weit wie möglich vermieden. Die Navigation erfolgte bisher mit Garmin Montana und zumo XT, neuerdings über ein Carpuride 702S Pro, das die Kurviger-Karte vom Smartphone spiegelt. Für die TKM24-Gruppentouren übernimmt eine eigens dafür eingerichtete Regionale Tourberatung im Planungsstab alle dafür erforderlichen Arbeiten und stellt die GPX-Dateien über den Blog zum Download bereit.
Welches Navi benutzt Fritze?
Seit Anfang 2026 ein Carpuride 702S Pro – ein Android-Auto-Display, das die Kurviger-Navigation vom Smartphone spiegelt und in die originale BMW-Naviaufnahme passt. Davor war ein Garmin XT im Einsatz, das wegen hartnäckiger Routing-Probleme und Softwarefehler endgültig ausgemustert wurde.
Was sind die TKM24-Treffen?
TKM24 steht für Team Kradmelder24 und ist das jährliche Community-Treffen der Kradmelder24-Zuschauer. Gemeinsam wird eine mehrtägige Motorradtour gefahren – bisherige Ziele waren unter anderem der Harz, Willebadessen, Oberhof, Aussig und das Ahrtal. Beim TKM26 geht es Mitte Juni 2026 nach Tirol.
Kann man bei Kradmelder24-Touren mitfahren?
Ja! Auf unseren Telegram-Gruppen werden regelmäßig Tagestouren überall in Deutschland organisiert. Beim jährlichen TKM24-Treffen ist jeder willkommen, der für den Slogan "Fahren mit Hirn" etwas übrig hat – die Teilnahme ist kostenlos, nur Unterkunft und Verpflegung zahlt jeder selbst. Infos und Anmeldung gibt es auf der Mitmachen-Seite.
In welchen Ländern war Kradmelder24 schon mit der Kamera unterwegs?
Fritze war mit dem Motorrad unter anderem in Schottland, England, Frankreich, Norwegen, Schweden, Polen, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Österreich, Schweiz, Italien und Spanien unterwegs. Wolle darüber hinaus sogar schon im Kaukasus, in Sibirien, der Mongolei und ganz aktuell Südamerika. Die Videos und Reiseberichte mit Fotos und Routeninfos gibt es alle hier auf dem Blog.