Glenfinnan & Glen Coe #SCO25 Teil 6

Tag sechs der Schottlandtour 2025, und heute steht ein echtes Highlight auf dem Programm: der Glenfinnan-Eisenbahnviadukt. Die meisten kennen ihn aus den Harry-Potter-Filmen, und wir wollen uns den Dampfzug „The Jacobite“ live ansehen, wie er über die berühmten 21 Bögen schnauft.

Corran Ferry – Ersatzteil aus Germany

Klaus hat die Route über die Corran-Fähre geplant, um am westlichen Ufer des Loch Linnhe nach Glenfinnan zu fahren – etwa 110 Kilometer. Nur leider macht die Fähre nicht mit. Am Anleger angekommen, erklärt uns ein Mitarbeiter der Fährgesellschaft, dass die Fähre wegen eines technischen Defekts außer Betrieb ist. Das Ersatzteil? Kommt aus Deutschland. Ralf merkt trocken an: „Hätten wir ja mitbringen können.“ Also Plan B: Kehrtmarsch, einmal außen ums Loch herum, vorbei am Ben Nevis und durch Fort William.

Tourverlauf der 6. Episode.

Unterwegs gibt es die obligatorische Wetterdiskussion – in Schottland ein Dauerbrenner. Sonne, Regen, Hagel, alles gleichzeitig, manchmal innerhalb von zehn Minuten. Fritzes Fazit: „Die Schotten sagen, wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 10 Minuten. Ich sag: fahr 10 Kilometer.“ Die Gruppe hat sich mittlerweile auch an den Linksverkehr gewöhnt. Nach einer halben Stunde hat es im Kopf Klick gemacht – nur an Kreuzungen muss man aufpassen, weil der Reflex sagt „guck links“, aber der Verkehr kommt von rechts.

The Jacobite und die Harry-Potter-Brücke

Am Glenfinnan-Viadukt ist ordentlich was los. Der Parkplatz ist voll, und es liegt ein längerer Fußmarsch vor allen, die sich das Bauwerk aus der Nähe ansehen wollen. Fritze und Spatzl bleiben bei den Motorrädern und warten auf den Zug. Und pünktlich kommt er: Die 44871, eine Ten-Wheeler Black Five der WCRC von 1945, quält sich unter heiserem Gepfeife über den Viadukt bergauf Richtung Endstation Mallaig. Die Lok im Film ist übrigens eine andere – die 5972 Olton Hall der GWR, deren grünes Farbkleid man für die Harry-Potter-Filme vorübergehend rot überlackiert hat.

Nach dem Viadukt macht die Gruppe noch einen Abstecher zum Glenfinnan Monument am Loch Shiel. Das 1815 errichtete Denkmal erinnert an Charles Edward Stuart – Bonnie Prince Charlie – und den letzten Jakobitenaufstand von 1746. Klaus liefert die passende Geschichtsstunde: Culloden, 45 Minuten, 1.100 gefallene Schotten. Fritze kommentiert: „Spielverderber. Engländer halt, können einfach nicht verlieren.“

Zurück in Fort William wird – natürlich – wieder dasselbe Café der Highland Soap Company angesteuert. Gewöhnt euch dran: Wer eine feste Unterkunft hat, hat eben einen begrenzten Aktionsradius, und Fort William liegt nun mal immer auf dem Weg. Dafür gibt’s drinnen Running Gags, Sprüche über lila Dinger am Wegesrand und die Erkenntnis, dass Fritze genug Lebenserfahrung hat, um zu wissen, wann er die Fresse hält.

Glen Coe – totally beghostet

Und dann kommt der Rückweg über den Glen Coe. Klaus kündigt an: „Ihr werdet’s nicht bereuen, was ihr jetzt hier sehen werdet.“ Und wie recht er hat. Ab hier sind wir alle ziemlich sprachlos. Berge, die man so nicht erwartet hätte, Licht, Weite – das hat was von Norwegen in den Fjorden, nur mit Linksverkehr. Fritze ist „totally beghostet“, Ralf bestätigt: „Das lohnt sich volle Pulle.“ Auf dem Pass entdeckt Klaus die Abzweigung zum Glen Etive – die Single-Track-Road, auf der James Bond in Skyfall gedreht wurde. Heute fahren wir da nicht mehr rein, weil die Drohne leer ist und die Lasagne wartet. Aber beim nächsten Mal.

Fritzes Motovlog MV359 (Video auf Youtube)

Noch ein Wort zum Thema Tanken: In Schottland gibt’s fast überall nur E10. Eine Tankstelle in Fort William hatte ausnahmsweise mal was Höheroktaniges – ob es tatsächlich Super Plus war, steht auf einem anderen Blatt. Klaus‘ Tipp zum E10: „Weißt du, wann du aufhören musst mit E10? Wenn dir Gras aus dem Tank wächst.“

Die kommenden beiden Tage droht laut Tagespresse schwerer Sturm mit Regen, also wurde vorsorglich bei Aldi Wasser und Hopfentee gebunkert. Wenn’s draußen ungemütlich wird, kommen halt die Karten raus. Kein Drama – dafür hat man ja eine feste Bude. Das wiederum ist der Vorteil davon.

Die Linke zum Gruß,
Euer Fritze von Kradmelder24


Mitwirkende
Fritze
Fritze
Spatzl
Spatzl
Klaus
Klaus
Jacky
Jacky
Ralf
Ralf
Elke
Elke
Hoffe
Hoffe
Kurze
Kurze
FAQ zum Thema Motovlog
Was ist ein Motovlog?
Ein Motovlog (kurz für Motorcycle Videoblog) ist ein Videotagebuch, das während einer Motorradfahrt aufgenommen wird. Die Kamera ist dabei meist am Helm oder Motorrad befestigt. Der Fahrer kommentiert das Geschehen live – über Verkehr, Strecke, Erlebnisse oder Technik.
Wer ist der größte deutsche Motovlogger?
Nach reiner Abonnentenzahl führt Moji mit rund 1,3 Millionen Abonnenten, gefolgt von Blackout (Sören, ~800.000) und Kuhlewu (Chris, ~650.000). Diese drei dominieren die deutschsprachige Motovlog-Szene auf YouTube klar. Doch Reichweite und Qualität sind zweierlei. Viele der reichweitenstärksten Kanäle leben von Überholmanövern am Limit, riskanten Schikanen und dem Nervenkitzel knapper Situationen – das zieht Klicks, setzt aber gefährliche Maßstäbe. Kanäle, die Motorradfahren mit Hirn zeigen, moderates Tempo, vorausschauendes Fahren und echte Reiseerlebnisse statt Adrenalinjunkies – wachsen langsamer, weil der Algorithmus nur Eskalation belohnt. KRADMELDER24 gehört bewusst zu dieser leisen Mehrheit: über 400 Folgen seit 2015, kein einziger Stunt, dafür jede Menge Europa, Reisen und Humor.
Was braucht man zum Motovloggen?
Um mit dem Motovloggen zu beginnen, benötigst Du die richtige Ausrüstung und eine klare Vorstellung von Deinen Inhalten. Die Grundausstattung umfasst eine Kamera, eine Halterung und ein Mikrofon im Helm. Plane Deine Aufnahmen, um eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Verwende eine Videobearbeitungssoftware, um Clips zu schneiden, Musik hinzuzufügen und den Ton zu optimieren. Veröffentliche Deine Vlogs regelmäßig auf einer Plattform Deiner Wahl, wie z.B. YouTube, und interagiere mit Deiner Community. Überlege, welche Art von Inhalten Du teilen möchtest (z.B. Touren, Reparaturanleitungen, Produkttests) und wen Du damit erreichen willst. Authentizität ist dabei entscheidend.
Wieviel verdient ein Motovlogger?
YouTube-Einnahmen funktionieren über Google AdSense: YouTube schaltet vor oder während eines Videos Werbung und zahlt dem Kanal einen Anteil – aber nur dann, wenn die Werbung tatsächlich angeschaut wird. Wer den Skip-Button drückt oder einen Adblocker nutzt, bringt dem Kanal nichts. Die Kennzahl dafür heißt RPM (Revenue per Mille) – der Verdienst pro 1.000 tatsächlich gesehener Aufrufe. Im Motovlog-Bereich liegt der RPM typischerweise zwischen 1,50 € und 4,00 €. Ein Kanal mit 500.000 Abonnenten erzielt bei einem Video mit 200.000 Aufrufen und einem RPM von 2,50 € rund 500 € pro Video. Bei zwei Videos pro Monat wären das etwa 1.000 € – vor Steuer, vor YouTube-Anteil (30 %), und nur solange die Zuschauer die Werbung nicht wegklicken. Ein Kanal mit 5.000 Abonnenten kommt bei realistischen 2.000 Aufrufen pro Video und demselben RPM auf gerade mal 5 € pro Video. Im Monat also vielleicht 10 € – ein Betrag, der die Serverkosten kaum deckt. KRADMELDER24 hat sich mit rund 6.500 Abonnenten bewusst gegen die Monetarisierung entschieden. Die Werbeeinnahmen wären bei dieser Reichweite so gering, dass sie in keinem Verhältnis dazu stehen würden, die Zuschauer mit Werbeunterbrechungen zu nerven.
Brauche ich eine Genehmigung zum Motovloggen?
In Deutschland ist das Filmen im öffentlichen Straßenverkehr für den Privatgebrauch grundsätzlich erlaubt. Für die Veröffentlichung gelten jedoch das Datenschutzrecht (DSGVO) und das Recht am eigenen Bild – erkennbare Personen oder Kennzeichen sollten unkenntlich gemacht werden. Keine Rechtsberatung! Bei Unsicherheit bitte anwaltlich klären!
Wie fange ich mit dem Motovloggen an?
Einfach anfangen: eine günstige Action-Kamera besorgen, am Helm befestigen und losfahren. Für den Ton empfiehlt sich ein Lavalier-Mikrofon im Helm. Zum Schneiden eignet sich kostenloses Software wie DaVinci Resolve. Wichtiger als perfekte Technik ist ein authentischer, persönlicher Stil.
Muss ich meine YouTube-Einnahmen versteuern?
Ja – als YouTuber in Deutschland bist du grundsätzlich steuerpflichtig, sobald du regelmäßige Einnahmen mit Gewinnerzielungsabsicht erzielst. Der Grundfreibetrag lag 2025 bei ca. 12.096 Euro pro Jahr – das entspricht etwa 1.000 Euro Gewinn im Monat. Nebenberuflich sind Gewinne bis zu 410 Euro pro Jahr steuerfrei. Bei mehr als 820 Euro im Jahr besteht eine Erklärungspflicht. Gewerbesteuer fällt erst ab 24.500 Euro Jahresgewinn an, Umsatzsteuer bei über 22.000 Euro Umsatz im Vorjahr (ohne Kleinunternehmerregelung). Zu den steuerpflichtigen Einnahmen zählen nicht nur AdSense-Werbeeinnahmen, sondern auch Sponsoring, Affiliate-Links, Merch-Verkäufe und der Wert von erhaltenen Gratisprodukten (ab 10 Euro Wert). Dies ist keine Steuerberatung! Bei konkreten Fragen bitte einen Steuerberater hinzuziehen.

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