Bernds Sabotageakt

Manchmal schreibt eine Motorradtour ihre eigenen Drehbücher, und dieses hier trägt den Titel „Bernds Sabotageakt“. Was als entspannter Tag von Bad Frankenhausen in die Oberpfalz gedacht war, entwickelte sich zu einer Verkettung teurer Missgeschicke, spontaner Umplanungen und am Ende einem zufriedenen Bernd mit funkelnagelneuem Helm. Wie das im Detail ablief und warum ausgerechnet ein heruntergefallener Helm zum heimlichen Highlight des Tages wurde, erzähle ich euch in diesem Motovlog.

Guten Morgen aus der Sennhütte

Unsere erste Nacht verbrachten wir in der Waldgaststätte Sennhütte, im Außenbereich von Bad Frankenhausen am Fuße des Kyffhäuser gelegen. Ein schlichtes, aber wirklich schönes und sauberes Etablissement „links Berge, rechts Berge“, wie Hans es treffend beschrieb. Einziger Wermutstropfen: Ich hatte bei der Buchung übersehen, dass dienstags die Küche kalt bleibt. So mussten wir am Vorabend einen Lieferdienst bemühen, der uns die Pizza in die urige Stube brachte. Am Morgen dann volle Punktzahl für Frühstück, Betten und die freundliche Bedienung. Klare Empfehlung.

Der Umweg zur Apotheke

Fritzes Motovlog 365: Bernds Sabotageakt (Video auf Youtube)

Kaum saßen alle auf den Maschinen, kam schon der erste ungeplante Schlenker. Wir Dösbaddel hatten zuhause wichtige Medikamente vergessen, also navigierten wir statt Richtung Oberpfalz erst einmal zur Anger-Apotheke mitten in der Stadt. Das lief nach bewährtem Muster: erst bei der Apotheke anrufen und die Faxnummer erfragen, dann den Arzt bitten, das Rezept per Fax dorthin zu schicken. Etwas umständlich mag das im Zeitalter der elektronischen Gesundheitskarte klingen, aber bei privater Versicherung und wenn erst noch geklärt werden muss, ob das Medikament überhaupt vorrätig ist, führt kein Weg daran vorbei. Am Ende hat trotzdem alles reibungslos funktioniert.

Der kleine Abstecher durch die Altstadt und Einbahnstraßen entpuppte sich nebenbei als hübsche Stadtrundfahrt, bei der wir gleich mal die Grundsätze des Fahrens in der Gruppe übten, und was bei Trennung derselben zu tun ist. Bad Frankenhausen ist ein wirklich nettes Städtchen, durch das wir sonst auf dem Weg zum Kyffhäuser immer nur durchfahren.

Mikrofon-Nachhilfe am Helm

Während wir auf die Medikamente warteten, gab es eine kleine Technikstunde. Bei Hans schaute das Mikrofon unten aus dem Helm heraus, was ständig Windgeräusche im Mesh verursacht. Die Tücke: Windgeräusche hören immer nur die anderen, man selbst aber nie. Also zeigte ich ihm den Kniff mit dem Windschutz, den man beim Schließen des Helms sauber über das Mikrofon zieht. Und während wir uns um Hans‘ Helm kümmerten, reifte unter Bernds Helm offenbar schon ein ganz anderer Gedanke: hätte er vorhin beim Abbiegen in der Altstadt Funk im Helm gehabt, dann hätte er mitbekommen, dass er an der Abbiegung hätte warten müssen. Also muss eine Sprechanlage her!

Der Sabotageakt in Saalfeld

In Saalfeld, direkt nach dem Tanken, passierte es: Bernds Helm fiel „aus Versehen“ herunter und landete exakt auf dem Visier, das prompt in zwei Teile zersprang. Ein sympathischer Harley-Fahrer, den wir in der ganzen Aufregung leider nie nach seinem Namen fragten, bot spontan Hilfe an und führte uns zum nahen Motorrad-Center. Leider ein Fehlschlag: Bei Schuberth-Helmen gibt es zwei verschiedene Helmschalengrößen, und ein passendes Visier für Bernds betagten C3 der ersten Serie ließ sich nicht auftreiben. Auf die Frage, warum er seinen Helm überhaupt fallen ließ, kam Bernds vielsagende Antwort: „Der hat mir nicht mehr gefallen, ich will mir eh einen neuen holen.“ Ob mit oder ohne Absicht – der Helm hatte seine besten Zeiten ohnehin hinter sich.

Plan B: Umweg über Hof zu Tante Louise

Also musste ein neuer Plan her, denn ohne Visier konnte Bernd nicht weiterfahren, jedenfalls nicht mis runter nach Tirol und zurück. Wir verwarfen die schöne Strecke über Kronach und nahmen den schnellen Weg über Hof, wo uns der Kollege den Louis empfohlen hatte. Praktisch war dabei die Carpuride-Lösung: Man kann zwei Navigationssysteme parallel laufen lassen und einfach umschalten. Auf dem einen lief die eigentliche Route mit Kurviger weiter, für die außerplanmäßige Fahrt nach Hof schaltete ich kurzerhand auf Google Maps um. Sobald Bernd dem Besuch bei „Tante Louise“ zugestimmt hatte, gab es bei Frank und Achim kein Halten mehr: Zum Helm sollte gleich die Sprechanlage her, und wenn man schon dabei ist, dürften Scheinwerfer und Rückleuchte auch ein LED-Update vertragen.

Einkaufen mit Frank und Achim

Mit den beiden einkaufen bedeutet: hoch einsteigen und dann runterhandeln. Für Bernd wurde es am Ende ein C5 in Solid Grau, dazu eine SC2-Sprechanlage, die dank Achims Verhandlungsgeschick hundert Euro günstiger über den Tisch ging, plus einer Ultinon H4 LED obendrauf. Der schönste Nebeneffekt: Während wir bei Louis einen Kaffee tranken, lud die SC2 so weit auf, dass Bernd sich anschließend problemlos per Mesh mit uns unterhalten konnte. Damit war sein Tag gerettet.

Frank „MacGyver“ und der 2-Komponenten-Kleber

Von der Ankunft beim „alten Fritz“ in Weigendorf gibt es leider keine Aufnahmen, denn es setzte Regen ein, und hinter Hof waren die Speicher voll und die Akkus leer. Zu allem Überfluss hatte sich Murphy dann mich als Spielball ausgesucht: Die BM05-Halterung meines Carpuride begann unterwegs zu schwächeln, und fast wäre mir der Bildschirm während der Fahrt weggeflogen. Zum Glück gibt es Frank, der bei uns völlig zurecht den Beinamen MacGyver trägt. Seine 1200er GS ist ein fahrender Baumarkt – brauchst du irgendwas, er hat es dabei. In diesem Fall 2-Komponenten-Kleber, mit dem er die gerissene Kugelhalterung wieder instand setzte, während ich ihm leuchtete und die Sache filmte. Ob die Reparatur wirklich hält, das werden wir am nächsten Morgen sehen.

Fazit

Ein Tag ganz nach unserem Motto: keine Zeit zum Rasen, runter vom Gas, Motorradfahren mit Hirn. Kein Rasen, kein Unfall, kein Drama – nur eine Handvoll kleiner Pannen, die aus einem gewöhnlichen Reisetag eine richtig gute Geschichte machen. Bernd hat seinen neuen Helm, Hans sein Mikrofon im Griff und ich eine wieder verklebte Halterung. Was will man mehr?

Die Linke zum Gruß,
Euer Fritze von Kradmelder24

Mitwirkende
Fritze
Fritze
Spatzl
Spatzl
Frank
Frank
Bernd K.
Bernd K.
André W.
André W.
Hans
Hans
Achim
Achim

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FAQ zum Thema Motovlog
Was ist ein Motovlog?
Ein Motovlog (kurz für Motorcycle Videoblog) ist ein Videotagebuch, das während einer Motorradfahrt aufgenommen wird. Die Kamera ist dabei meist am Helm oder Motorrad befestigt. Der Fahrer kommentiert das Geschehen live – über Verkehr, Strecke, Erlebnisse oder Technik.
Wer ist der größte deutsche Motovlogger?
Nach reiner Abonnentenzahl führt Moji mit rund 1,3 Millionen Abonnenten, gefolgt von Blackout (Sören, ~800.000) und Kuhlewu (Chris, ~650.000). Diese drei dominieren die deutschsprachige Motovlog-Szene auf YouTube klar. Doch Reichweite und Qualität sind zweierlei. Viele der reichweitenstärksten Kanäle leben von Überholmanövern am Limit, riskanten Schikanen und dem Nervenkitzel knapper Situationen – das zieht Klicks, setzt aber gefährliche Maßstäbe. Kanäle, die Motorradfahren mit Hirn zeigen, moderates Tempo, vorausschauendes Fahren und echte Reiseerlebnisse statt Adrenalinjunkies – wachsen langsamer, weil der Algorithmus nur Eskalation belohnt. KRADMELDER24 gehört bewusst zu dieser leisen Mehrheit: über 400 Folgen seit 2015, kein einziger Stunt, dafür jede Menge Europa, Reisen und Humor.
Was braucht man zum Motovloggen?
Um mit dem Motovloggen zu beginnen, benötigst Du die richtige Ausrüstung und eine klare Vorstellung von Deinen Inhalten. Die Grundausstattung umfasst eine Kamera, eine Halterung und ein Mikrofon im Helm. Plane Deine Aufnahmen, um eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Verwende eine Videobearbeitungssoftware, um Clips zu schneiden, Musik hinzuzufügen und den Ton zu optimieren. Veröffentliche Deine Vlogs regelmäßig auf einer Plattform Deiner Wahl, wie z.B. YouTube, und interagiere mit Deiner Community. Überlege, welche Art von Inhalten Du teilen möchtest (z.B. Touren, Reparaturanleitungen, Produkttests) und wen Du damit erreichen willst. Authentizität ist dabei entscheidend.
Wieviel verdient ein Motovlogger?
YouTube-Einnahmen funktionieren über Google AdSense: YouTube schaltet vor oder während eines Videos Werbung und zahlt dem Kanal einen Anteil – aber nur dann, wenn die Werbung tatsächlich angeschaut wird. Wer den Skip-Button drückt oder einen Adblocker nutzt, bringt dem Kanal nichts. Die Kennzahl dafür heißt RPM (Revenue per Mille) – der Verdienst pro 1.000 tatsächlich gesehener Aufrufe. Im Motovlog-Bereich liegt der RPM typischerweise zwischen 1,50 € und 4,00 €. Ein Kanal mit 500.000 Abonnenten erzielt bei einem Video mit 200.000 Aufrufen und einem RPM von 2,50 € rund 500 € pro Video. Bei zwei Videos pro Monat wären das etwa 1.000 € – vor Steuer, vor YouTube-Anteil (30 %), und nur solange die Zuschauer die Werbung nicht wegklicken. Ein Kanal mit 5.000 Abonnenten kommt bei realistischen 2.000 Aufrufen pro Video und demselben RPM auf gerade mal 5 € pro Video. Im Monat also vielleicht 10 € – ein Betrag, der die Serverkosten kaum deckt. KRADMELDER24 hat sich mit rund 6.500 Abonnenten bewusst gegen die Monetarisierung entschieden. Die Werbeeinnahmen wären bei dieser Reichweite so gering, dass sie in keinem Verhältnis dazu stehen würden, die Zuschauer mit Werbeunterbrechungen zu nerven.
Brauche ich eine Genehmigung zum Motovloggen?
In Deutschland ist das Filmen im öffentlichen Straßenverkehr für den Privatgebrauch grundsätzlich erlaubt. Für die Veröffentlichung gelten jedoch das Datenschutzrecht (DSGVO) und das Recht am eigenen Bild – erkennbare Personen oder Kennzeichen sollten unkenntlich gemacht werden. Keine Rechtsberatung! Bei Unsicherheit bitte anwaltlich klären!
Wie fange ich mit dem Motovloggen an?
Einfach anfangen: eine günstige Action-Kamera besorgen, am Helm befestigen und losfahren. Für den Ton empfiehlt sich ein Lavalier-Mikrofon im Helm. Zum Schneiden eignet sich kostenloses Software wie DaVinci Resolve. Wichtiger als perfekte Technik ist ein authentischer, persönlicher Stil.
Muss ich meine YouTube-Einnahmen versteuern?
Ja – als YouTuber in Deutschland bist du grundsätzlich steuerpflichtig, sobald du regelmäßige Einnahmen mit Gewinnerzielungsabsicht erzielst. Der Grundfreibetrag lag 2025 bei ca. 12.096 Euro pro Jahr – das entspricht etwa 1.000 Euro Gewinn im Monat. Nebenberuflich sind Gewinne bis zu 410 Euro pro Jahr steuerfrei. Bei mehr als 820 Euro im Jahr besteht eine Erklärungspflicht. Gewerbesteuer fällt erst ab 24.500 Euro Jahresgewinn an, Umsatzsteuer bei über 22.000 Euro Umsatz im Vorjahr (ohne Kleinunternehmerregelung). Zu den steuerpflichtigen Einnahmen zählen nicht nur AdSense-Werbeeinnahmen, sondern auch Sponsoring, Affiliate-Links, Merch-Verkäufe und der Wert von erhaltenen Gratisprodukten (ab 10 Euro Wert). Dies ist keine Steuerberatung! Bei konkreten Fragen bitte einen Steuerberater hinzuziehen.

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