Agents & Outlaws #SCO25 Teil 7

Auf den Spuren von Rob Roy und James Bond durch die schottischen Highlands

Nach zwei wohlverdienten Ruhetagen – einen davon mit einem Ausflug per Eisenbahn ins bezaubernde Oban – geht es in dieser Folge wieder auf die Motorräder. Und was für ein Tag das wird: Outlaws und Agenten, Single Track Roads und Möwenkacke.

Doch der Reihe nach. Der Besuch in Oban hat sich absolut gelohnt. Über zehn Kilometer sind wir durch die kleine Hafenstadt marschiert, haben Souvenirs geshoppt und Fish & Chips bzw. Chicken Wings am Hafen genossen. Letzteres allerdings nicht ganz ungestört: Eine Möwe hat uns mit einer regelrechten Streubombe eingedeckt. Kein einzelner Treffer, sondern ein feiner Sprühregen von oben. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Unsere Strecke von Taynuilt über Glen Orchy zum Skyfall-Spot (Episode 7).

Durch das Land der MacGregors

Zurück auf den Motorrädern biegen wir von der A85 ab auf die B8074, eine Single Track Road durch den Glen Orchy. Einstreifige Straßen mit Ausweichbuchten, moosbedeckte Bäume, atemberaubende Ausblicke – Schottland von seiner schönsten Seite. Dieses Tal war einst das Stammland des berühmt-berüchtigten MacGregor-Clans, und wer den Film „Rob Roy“ kennt, dem wird der Name Glen Orchy bekannt vorkommen.

Am Bridge of Orchy Hotel legen wir eine Pause ein. Real Ales, Real Fire, Real Food – und hoffentlich auch einen Real Kakao. Dazu die historischen Hintergründe: Nach seiner Ächtung 1712 führte der Jakobit Rob Roy MacGregor einen Guerillakrieg gegen den Duke of Montrose. Im Film soll er an der Bridge of Glen Orchy aufgeknüpft werden – eine dramatische Szene, die allerdings mit der Realität wenig zu tun hat. Die heutige Brücke wurde erst 1751 erbaut, da war Rob Roy bereits seit 17 Jahren tot. Er starb 1734 friedlich zu Hause in Balquhidder, wo wir sein Grab in einer kommenden Folge noch besuchen werden.

Von den Jakobiten zu Jakob Bond

Fritzes Motovlog MV360: Agents & Outlaws (Video auf Youtube).

Von Rob Roy geht es nahtlos weiter zum nächsten berühmten Schotten – naja, zumindest der Filmversion nach: James Bond. Unser Ziel ist die Glen Etive Road, besser bekannt als „Skyfall Road“. Jene Sackgasse, an der Bond und M im gleichnamigen Film auf das Anwesen Skyfall hinunterschauen.

Die 15 Kilometer lange Strecke durch den Glen Etive ist schlicht spektakulär. Allerdings stellen wir vor Ort fest, dass die Erinnerung an die exakte Filmszene doch etwas trügt. Welche Parkbucht war es nochmal? Die Landschaft sieht überall gleich fantastisch aus, und keiner von uns kann mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, wo genau Bond und M standen. Wir fahren die gesamte Sackgasse ab, machen Fotos und genießen dieses beeindruckende Tal.

Am Straßenrand liegt dabei ein verstecktes Juwel: Dalness Lodge, ein exklusives viktorianisches Privatanwesen aus dem 18. Jahrhundert. Es gehörte über Generationen der Familie Fleming – ja, genau: die Familie von Ian Fleming, dem Schöpfer von James Bond. Die Verbindung zwischen Glen Etive und 007 ist also tiefer als nur ein Drehort. Wer dort selbst einmal eine Woche Jagdurlaub verbringen möchte, braucht lediglich 11.000 Pfund mitzubringen. Ein Schnäppchen.

Auf dem Rückweg über die Single Track Road wird noch einmal klar, warum diese Straßen ihren ganz eigenen Charme haben: Ausweichbuchten-Tetris mit Gegenverkehr, ein Motorradfahrer auf einer Super Ténéré, der das Prinzip noch nicht ganz verinnerlicht hat, und die Erkenntnis, dass man am Ende des Glen Etive tatsächlich am Arsch der Welt angekommen ist – und dort auch noch jemand wohnt.

Eine Folge voller Geschichte, Filmkulissen und diesem typischen Motovlog-Wahnsinn, der unsere Touren so besonders macht.

Die Linke zum Gruß,
Euer Fritze von Kradmelder24


Mitwirkende
Fritze
Fritze
Spatzl
Spatzl
Klaus
Klaus
Jacky
Jacky
Ralf
Ralf
Elke
Elke
Hoffe
Hoffe
Kurze
Kurze
FAQ zum Thema Motovlog
Was ist ein Motovlog?
Ein Motovlog (kurz für Motorcycle Videoblog) ist ein Videotagebuch, das während einer Motorradfahrt aufgenommen wird. Die Kamera ist dabei meist am Helm oder Motorrad befestigt. Der Fahrer kommentiert das Geschehen live – über Verkehr, Strecke, Erlebnisse oder Technik.
Wer ist der größte deutsche Motovlogger?
Nach reiner Abonnentenzahl führt Moji mit rund 1,3 Millionen Abonnenten, gefolgt von Blackout (Sören, ~800.000) und Kuhlewu (Chris, ~650.000). Diese drei dominieren die deutschsprachige Motovlog-Szene auf YouTube klar. Doch Reichweite und Qualität sind zweierlei. Viele der reichweitenstärksten Kanäle leben von Überholmanövern am Limit, riskanten Schikanen und dem Nervenkitzel knapper Situationen – das zieht Klicks, setzt aber gefährliche Maßstäbe. Kanäle, die Motorradfahren mit Hirn zeigen, moderates Tempo, vorausschauendes Fahren und echte Reiseerlebnisse statt Adrenalinjunkies – wachsen langsamer, weil der Algorithmus nur Eskalation belohnt. KRADMELDER24 gehört bewusst zu dieser leisen Mehrheit: über 400 Folgen seit 2015, kein einziger Stunt, dafür jede Menge Europa, Reisen und Humor.
Was braucht man zum Motovloggen?
Um mit dem Motovloggen zu beginnen, benötigst Du die richtige Ausrüstung und eine klare Vorstellung von Deinen Inhalten. Die Grundausstattung umfasst eine Kamera, eine Halterung und ein Mikrofon im Helm. Plane Deine Aufnahmen, um eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Verwende eine Videobearbeitungssoftware, um Clips zu schneiden, Musik hinzuzufügen und den Ton zu optimieren. Veröffentliche Deine Vlogs regelmäßig auf einer Plattform Deiner Wahl, wie z.B. YouTube, und interagiere mit Deiner Community. Überlege, welche Art von Inhalten Du teilen möchtest (z.B. Touren, Reparaturanleitungen, Produkttests) und wen Du damit erreichen willst. Authentizität ist dabei entscheidend.
Wieviel verdient ein Motovlogger?
YouTube-Einnahmen funktionieren über Google AdSense: YouTube schaltet vor oder während eines Videos Werbung und zahlt dem Kanal einen Anteil – aber nur dann, wenn die Werbung tatsächlich angeschaut wird. Wer den Skip-Button drückt oder einen Adblocker nutzt, bringt dem Kanal nichts. Die Kennzahl dafür heißt RPM (Revenue per Mille) – der Verdienst pro 1.000 tatsächlich gesehener Aufrufe. Im Motovlog-Bereich liegt der RPM typischerweise zwischen 1,50 € und 4,00 €. Ein Kanal mit 500.000 Abonnenten erzielt bei einem Video mit 200.000 Aufrufen und einem RPM von 2,50 € rund 500 € pro Video. Bei zwei Videos pro Monat wären das etwa 1.000 € – vor Steuer, vor YouTube-Anteil (30 %), und nur solange die Zuschauer die Werbung nicht wegklicken. Ein Kanal mit 5.000 Abonnenten kommt bei realistischen 2.000 Aufrufen pro Video und demselben RPM auf gerade mal 5 € pro Video. Im Monat also vielleicht 10 € – ein Betrag, der die Serverkosten kaum deckt. KRADMELDER24 hat sich mit rund 6.500 Abonnenten bewusst gegen die Monetarisierung entschieden. Die Werbeeinnahmen wären bei dieser Reichweite so gering, dass sie in keinem Verhältnis dazu stehen würden, die Zuschauer mit Werbeunterbrechungen zu nerven.
Brauche ich eine Genehmigung zum Motovloggen?
In Deutschland ist das Filmen im öffentlichen Straßenverkehr für den Privatgebrauch grundsätzlich erlaubt. Für die Veröffentlichung gelten jedoch das Datenschutzrecht (DSGVO) und das Recht am eigenen Bild – erkennbare Personen oder Kennzeichen sollten unkenntlich gemacht werden. Keine Rechtsberatung! Bei Unsicherheit bitte anwaltlich klären!
Wie fange ich mit dem Motovloggen an?
Einfach anfangen: eine günstige Action-Kamera besorgen, am Helm befestigen und losfahren. Für den Ton empfiehlt sich ein Lavalier-Mikrofon im Helm. Zum Schneiden eignet sich kostenloses Software wie DaVinci Resolve. Wichtiger als perfekte Technik ist ein authentischer, persönlicher Stil.
Muss ich meine YouTube-Einnahmen versteuern?
Ja – als YouTuber in Deutschland bist du grundsätzlich steuerpflichtig, sobald du regelmäßige Einnahmen mit Gewinnerzielungsabsicht erzielst. Der Grundfreibetrag lag 2025 bei ca. 12.096 Euro pro Jahr – das entspricht etwa 1.000 Euro Gewinn im Monat. Nebenberuflich sind Gewinne bis zu 410 Euro pro Jahr steuerfrei. Bei mehr als 820 Euro im Jahr besteht eine Erklärungspflicht. Gewerbesteuer fällt erst ab 24.500 Euro Jahresgewinn an, Umsatzsteuer bei über 22.000 Euro Umsatz im Vorjahr (ohne Kleinunternehmerregelung). Zu den steuerpflichtigen Einnahmen zählen nicht nur AdSense-Werbeeinnahmen, sondern auch Sponsoring, Affiliate-Links, Merch-Verkäufe und der Wert von erhaltenen Gratisprodukten (ab 10 Euro Wert). Dies ist keine Steuerberatung! Bei konkreten Fragen bitte einen Steuerberater hinzuziehen.

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