Roads To Siberia, Tag 72

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Sonntag, 9. August 2015 Olekma-Fluss – Juktali

Wir wachen recht gut ausgeruht auf, nach dieser Nacht. Dann gibt es Frühstück, sprich: Brot, Wurst, Käse und Nutella, dazu unseren gewohnten Mac-Kaffee. Nachdem wir dann das Lager abgebrochen haben, geht es weiter mit der BAM.

Wie gewohnt natürlich, immer wieder kleinere Furten, tiefe Rinnen in der Fahrbahn, ein paar Pfützen in den unterschiedlichsten Spielarten, mehr oder weniger gut erhaltene Brücken und auch die eine oder andere kleine Eisenbahnbrücke.

Zum Mittag halten wir in einem kleinen Ort, wo wir auch ein bisschen Nachtanken wollen. Mangels einer Tankstelle wird hier aus Kanistern getankt. Der „Tankwart“ hat einen beeindruckenden Fuhrpark und er und seine Familie sind wirklich nett, die Tochter spricht sogar sehr gut Englisch. Eigentlich möchten sie uns auf einen Tee einladen, aber wir lehnen dankend ab, schließlich liegen noch ein paar Kilometer vor uns bis Juktali.

Dann stehen wir vor der letzten und größten Bahnbrücke, die dazu auch noch von einem Bahnmitarbeiter bewacht wird. Also gehen wir erst einmal über die Brücke und sprechen den Mann freundlich an. Er wirkt ein wenig unwirsch, aber dann geht er ans Telefon und wir bekommen mit, dass er von tri Motocycle spricht. Danach kommt er wieder zu uns und bedeutet uns, wir sollen wieder zu den Moppeds gehen und auf ihn warten, es kämen noch 3 Züge, danach würde er uns holen kommen und über die Brücke lassen. Es waren dann doch vier Züge, aber dann tauchte er auf unserer Seite auf, öffnete den Schlagbaum und ließ uns rüber.

Thom wieder voran, dann John und ich als Schlusslicht. Der Brückenwächter wunderte sich, weil wir nicht auf den Schwellen fuhren, aber wir haben uns nun mal auf den Fußweg eingeschossen. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir dann auf der anderen Seite, es müssen so 800 m gewesen sein, die längste Brücke bisher.

Nach der Überquerung gabs dann noch ein Erinnerungsfoto und wir konnten dann am Bahndamm entlang bis Juktali fahren, oder besser gesagt bis zum Anfang des Bahnhofs, denn wir landeten zwischen den Gleisen!  Also umdrehen und ein paar Kilometer zurück zur Abzweigung zur BAM.

In Juktali ging es erst einmal zu einem Magazin, um unseren Durst mit kühlen Getränken zu stillen. Die nächste Frage galt dann der Unterkunft. Ein Hotel oder einen Gostiniza war nicht als Wegpunkt vorhanden, aber es gäbe die Möglichkeit, in der Schule ein Zimmer zu bekommen. Thom und John machten sich begleitet von ein paar Kindern auf den Weg. In der Tat, wir bekamen ein Dreibettzimmer in der Schule, recht einfach zwar, aber es gab auch Dusche und Toilette, nicht wirklich auf europäischem Standard, aber besser als von Mücken zerstochen zu werden. Dazu kam, dass auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses ein Waldbrand tobte, der die ganze Gegend mit einer dichten Rauchwolke bedeckte. Insofern fühlten wir uns hier doch sicherer als beim Kampieren.

Als Abendessen gab es diesmal Brot mit Tomaten, Gurken und Wurst. Dazu natürlich ein kaltes Bier. Anschließend fielen wir ziemlich müde ins Bett.

 

Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.