Roads To Siberia, Tag 66

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Montag, 3. August 2015

Wir haben uns wieder kein festes Tagesziel vorgenommen, wollen aber schon gut Strecke machen und das gute Wetter ausnutzen, also geht es nach dem Frühstück zügig los.

Zunächst klappt auch alles perfekt, die Straße ist die ersten hundert Kilometer asphaltiert und auch danach als Piste gut zu fahren. Doch wir bekommen schon einen kleinen Vorgeschmack auf die BAM und ihre kleinen Gemeinheiten. Die Piste wird nämlich von Kilometer zu Kilometer anspruchsvoller, noch nicht wirklich technisch, aber wir müssen Schlangenlinien fahren, um den Pfützen auszuweichen, die zum Glück nicht zu groß sind, sondern durch das trockene Wetter zur Hälfte abgetrocknet sind. Und Überraschung: es gibt sogar eine ganz neue Brücke.

Allerdings lässt sich gut erkennen, wie kompliziert die BAM sein kann, wenn es geregnet hat. Aber alles in allem kommen wir problemlos voran. In Novy Uoyan wollen wir tanken, aber unsere Navis sind anscheinend etwas unpässlich, daher landen wir zunächst bei der zweiten Tankstelle, die sich aber als verlassen entpuppt. Zu allem „Unglück“ zieht dann auch noch Regen auf, ein ziemlich heftiger Schauer, den wir abwarten, bevor wir dann nach einiger Überlegung beschließen, bereits hier eine Gostiniza aufzusuchen. Es hat keinen Sinn, im Regen weiterzufahren und eventuell auch Campen zu müssen. Gerade mal drei Uhr nachmittags belegen wir unser Dreibettzimmer und lümmeln uns auf die Betten. Die Wirtin möchte, dass wir die Moppeds dann im Innenhof parken, was etwas Aufwand für sie bedeutet, wir aber gerne annehmen.

Wir machen dann noch einen kleinen Spaziergang zum verhältnismäßig überdimensionierten Bahnhof des kleinen Ortes. Im Nachhinein erweist sich das als Standard, alleinschon um die vielen überlangen Güterzüge unterzubringen und auf den Gegenzug warten zu lassen.

Danach wird geduscht, und wir suchen ein nahegelegenes Café für das Abendessen auf. Hier machen wir das erste Mal Bekanntschaft mit einer russischen Spezialität: dem Butterbrot! Nicht Butterbrot im Wortsinne, sondern in diesem Fall belegt mit einer Paste aus Fisch, mit Käse überbacken, schön kross und superlecker. Leider gibt es für jeden von uns nur 2 kleine Scheiben. Das Essen ist ansonsten normale Kost, Kottlett, Salat und Kartoffelpü. Und wie immer natürlich Bier.

Anschließend geht’s zurück und in die Betten, wir wollen Morgen zeitig los.

Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.