Roads To Siberia, Tag 59

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Montag, 27. Juli 2015

Nach einem wirklich guten Frühstück im Baikal Plaza machen wir uns auf den Weg nach Irkutsk, auf dem transsibirischen Highway immer entlang der Transsib und zunächst dem Selenga, einem der Zuflüsse vom Baikalsee. Allerdings habe ich nicht so viel vom Frühstück, das gestrige opulente Mahl war wohl nicht so gut für meinen vom mongolischen Essen malträtierten Magen. Mir ist nicht wirklich schlecht, aber gut geht es mir auch nicht.

Die Straße ist in gutem Zustand, und zum ersten Mal seit langem müssen wir uns viel stärker als gewohnt auf den Verkehr konzentrieren. Aber auch das gelingt uns problemlos. Ein paar Abschnitte der Straße werden gerade erneuert, daher geht es immer wieder mal ein Stück auf den geschotterten Umgehungen entlang. An einer Baustelle ist ein langer Stau, also schlängeln wir uns dran vorbei und kommen soweit gut voran, auch wenn wir einmal ein bisschen auf John warten müssen, der mit seinem Dickschiff doch nicht alle Lücken ausnutzen kann wie wir.

Dann wieder ein Stau, diesmal hat es mitten an eine Baustelle einen kleinen Unfall mit Blechschaden gegeben, mit den für den dichten Verkehr fatalen Folgen. So ungefähr fünf Kilometer müssen wir uns durchschlängeln, um am Stau vorbeizukommen. Später machen wir an einer Tankstelle eine kurze Rast. Auch damit John seinen Hintern trocken legen kann, ihm ist nämlich der Schlauch vom Camel-Back abgerutscht.

Danach wird weiter Richtung Irkutsk gefahren. Als wir uns dem Baikalsee nähern, wird es plötzlich kühl, weil vom See her eine frische Brise weht. Der See ist wohl doch eher ein Meer, was den Einfluss auf das örtliche Klima betrifft. So oder so, soweit wir den See überblicken können, hat das schon was. Dazu führt die Straße an einer Steilküste entlang, was fahrerisch an die Corniche erinnert. Am Nachmittag erreichen wir dann die Passstraße vor Irkutsk, komplett neue Trassenführung und frischer Asphalt. Das lässt dann doch das Bikerherz höher schlagen, und wir sind dann auch ziemlich zügig bei der Sache. Wir genießen den Kurvenswing und John kann endlich mal seinen 125 Pferdchen die Sporen geben. Der Beemer frisst sich elegant durch die Kurven. Außerdem wird es wieder wärmer, was auf dem Pass angenehm ist, aber als wir in Irkutsk einfahren weniger schön ist, wir haben nämlich Feierabendverkehr – und das bei gut 30°.

Das von uns angepeilte Hotel Angara ist leider ausgebucht, doch wir finden in der Nähe ein schönes und zum Glück deutlich kleineres Hotel. Vor allem Thom ist begeistert, entspricht doch die Rezeptionisten seinem Beuteschema. Ich falle ziemlich platt ins Bett und John und Thom werfen einen Blick ins örtliche Nachtleben.

 

Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.