Roads To Siberia, Tag 52

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Montag, 20. Juli 2015

Heute geht es über Bayantes und Harboom nach Tsetserleg. Aber erst einmal Frühstück, diesmal wieder mit Marmeladenbrot und Nougatcreme, wir haben nämlich die Nase voll von Einfachfrühstück. Schnell das Lager abgebrochen und auf die Moppeds geschwungen. Ach ja, so als allgemeine Information, tagsüber haben wir meist Temperaturen um die 30°, also recht warm, dazu kommt dann noch unsere Kleidung, die nicht gerade als sommerlich leicht zu bezeichnen ist. Die Wege und Pisten, die wir befahren, mehr als mal kurzzeitig 50 oder 60 km/h sind nicht drin, meist bleiben wir eher bei 45 km/h, also insgesamt eher ein schweißtreibendes Unterfangen, dem wir mit durchschnittlich fünf Liter Wasser am Tag entgegenzuwirken versuchen, dazu dann noch etwa 1 Liter Getränk mit Geschmack pro Mann, und damit meine ich kein Bier!

So zieht sich halt der Tag, und 250 km Tagesetappe sind da gar nicht so schlecht, finde ich. Immer wieder mal legen wir eine Pause ein, genießen den Blick auf die Landschaft und manchmal auch einen kühlenden Luftzug. Oder wir gucken, ob sich so ein Schädel als Gallionsfigur gut macht:

Wir treffen auf zwei Engländer, unterwegs mit einer 800 GS und einer modifizierten XCountry. Natürlich tauschen wir uns über die Wegverhältnisse aus, ebenso über die Maschinen und überhaupt, da auch ein paar Mongolen dabei sind, wird es ein etwas längerer Stopp, aber absolut lustig und interessant.

Die Warnung der Engländer über Tiefsand auf der Piste nehmen wir ernst, stellen aber fest, dass es sich aus unserer Sicht nicht um Tiefsand handelt, anscheinend sind wir mittlerweile doch anderes gewöhnt.

Wie dem auch sei, es geht weiter, nicht zügig aber doch stetig. Nach einem kleinen Pass stoßen wir auf ein einladendes Flusstal. Schön grün, das Ufer baumbestanden und leider überall Gers und weidendes Vieh. John meint, er bräuchte heute unbedingt eine Dusche, was absolut offensichtlich und nachvollziehbar ist. Andererseits wäre ein Camp am Fluss auch nicht zu verachten. Also halten wir nach einem geeigneten Platz Ausschau. Leider sieht es lange Zeit so aus, als ob wir Pech hätten, doch dann taucht er auf, der fast ultimative Platz, relativ weit ab von den nächsten Gers, flache Wiese und keine fünfzig Meter vom Fluss. Also hin, Zelte aufbauen, an den Fluss und ein erfrischendes Bad nehmen. Selbst John ist wieder halbwegs sauber.

Diesmal gibt es Spaghetti mit der bereits bekannten Soße, schmeckt wirklich gut, und dank des Flusses geht der Abwasch auch locker von der Hand. Dann geht es nach dem Abendplausch in die Heia. Leider nehme ich Thoms Warnung von wegen einer kalten Nacht am Wasser nicht richtig ernst und fange in der Nacht an zu frieren, also noch eine Garnitur drüber ziehen und hoffen, dass mir warm wird. So halbwegs geht es dann auch und zum Glück wärmt die Sonne schon recht früh das Zelt.

Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.
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