Roads To Siberia, Tag 51

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Sonntag, 19. Juli 2015

Da wir am Campen sind, gabs mal wieder ein kleines Frühstück: einen Müsliriegel pro Nase und zwei Tassen Mac-Kaffee. Eigentlich soweit okay. Dann schnell das Biwak abgebaut und wieder rauf auf die Kräder. Zurück zur Piste und dann weiter Richtung Tsagaanhairkhan zum Tanken, Auffrischen der Wasservorräte, einem Snack sowie kalten Getränken. Bevor wir jedoch das Dorf erreichen, treffen wir noch auf eine Art Denkmal an einem kleinen Pass, weil wir neugierig sind, wird angehalten und dabei gleich auch eine Pause für die notwendigen Bedürfnisse (Zigarette, Toilette etc.) eingelegt.

Wieder sind wir eine kleine Sensation im Dorf. Leider taucht auch noch ein Betrunkener auf, der mitfahren will, aber wir können ihn halbwegs freundlich abwimmeln.

Weiter geht’s, immer wieder bergauf und bergab auf einer recht guten Piste, bis wir auf eine Art Flusslandschaft treffen, das heißt, es geht durch Buschland und mäandernde Flussläufe, die zum Glück alle bis auf ein kleines Rinnsal trockengefallen sind. Anhand der Spuren und der vielen Tracks können wir gut nachvollziehen, welche Plackerei das für uns gewesen wäre, wenn alles mit Wasser gefüllt wäre. Wir sind schon Glückskinder, was das Wetter und auch sonst die Umstände betrifft. Trotzdem, einfach ist die Fahrerei durch diese trockengefallenen Wetlands trotzdem nicht, die Ein- und Ausfahrten der Wasserläufe haben es in sich, teilweise ausgefahren und ziemlich steil. Dazu tauchen immer wieder Viecher plötzlich aus den Büschen auf. Aber andererseits eine schöne Landschaft mit viel Grün und immer wieder die Gers der Mongolen. Interessanterweise stehen relativ viele SUV, aber auch normale Pkw, neben den Gers.

Nachdem wir die Wetlands gequert haben, geht es einen kleinen aber heftigen Pass hinauf, und oben angekommen sieht der Abfahrt auch nicht so easy aus. Also erst einmal eine Pause eingelegt, natürlich mit einem Snickers versüßt, und dazu noch der letzte Rest eines Getränks mit Geschmack statt des Wassers aus unseren Trinkrucksäcken.

Doch zum Glück ist die Abfahrt leichter als befürchtet und so geht es durch einen Kiefernwald stetig bergab. Teilweise sind noch Brandspuren an den Bäumen zu sehen, also aufpassen mit den Zigaretten! Dann endlich sind wir im Tal und fahren an ein paar Häusern vorbei, über denen eine mongolische Flagge weht. Kurz bevor wie sie passieren, kommt ein Soldat wie wild auf uns zu gerannt und schwenkt eine rote Fahne, um uns anzuhalten. Was wir natürlich prompt tun. Ein zweiter Soldat mit einem Stern mehr auf den Schultern gesellt sich dazu. Sie wollen unsere Pässe sehen und sind angemessen erstaunt, als sie feststellen, woher wir kommen. Dann kommt ein Dritter hinzu, mit drei Sternen, also noch einmal Pässe vorzeigen, diesmal werden unsere Namen, Passnummer und Kfz-Nummer notiert. Keine Ahnung wozu, aber wahrscheinlich damit sie was fürs Wachbuch haben, denn das war unsere erste und einzige Kontrolle in der gesamten Mongolei.

Dann geht es weiter, schließlich wollen wir in wenigen Kilometern wieder auf der „Hauptstraße“ der Nordroute sein, der A18. Tja, die Kreuzung entpuppt sich als ziemlich unspektakulär, zwei Feldwege treffen aufeinander, der einzige Unterschied ist, dass auf der A18 Straßenschilder zu finden sind. Zu allem Überfluss fängt mein Navi an in seiner Halterung zu tanzen. Noch ein Teil also, was den Belastungen nicht mehr gewachsen ist. Aber auch hier helfen Improvisation und Kabelbinder und alles ist gut!

Im weiteren Verlauf verbreitert sich der Feldweg dann etwas, es sind nachher zwei Tracks je Richtung, quasi die mongolische Variante einer Autobahn.

An einer Stelle war John etwas zügig unterwegs und bekam die Kurve nicht, also geradeaus und natürlich dann das Krad dezent abgelegt.

Ich könnte jetzt lange die Landschaft beschreiben, die trotz ihrer Kargheit sehr abwechslungsreich ist und einige wunderschöne Berglandschaften zeigt, aber irgendwie will mir das nicht richtig gelingen- Also einfach ein paar Bilder anschauen oder selber hierher kommen.

Gegen Abend erreichen wir Tes und frischen unsere Vorräte auf, da wir wieder kampieren wollen. Leider finden wir keinen perfekten Platz an einem Fluss, aber so schlecht ist dieser Platz auch nicht. Diesmal gibt es Nudeln mit roter Soße und kleingeschnittener Paprika, dazu wie immer den Mac-Kaffee. Gegen Sonnenuntergang verschwinden wir in den Zelten und genießen die Stille der Nacht.

Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.
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