Roads To Siberia, Tag 40

Start > Meldungen > Reiseberichte > Roads To Siberia, Tag 40

Mittwoch, 8. Juli 2015

Nach dem Frühstück waren erst einmal die Moppeds dran, einmal durchchecken und bei mir die Kette spannen. Insgesamt ist es wirklich überraschend, in welch gutem Zustand die Moppeds trotz den 12.000 gefahrenen Kilometern sind. Noch alle Schrauben am richtigen Platz und auch sonst, abgesehen von ein paar Macken, alles okay. Wir haben uns entschlossen, in Irkutsk für die letzte Etappe neue Reifen zu bestellen, und Thom wird wohl in Ulaan Bataar sein hinteres Ritzel erneuern. Meine Kette und Ritzel sehen noch gut aus, ich werde nichts wechseln müssen.

Dann ging es los, Richtung Ust Kan. Doch vorher guckten wir uns noch eine eiszeitliche Höhle an. Es wurde auch eine Führung angeboten, doch mangels ausreichender Russischkenntnisse ließen wir davon ab. Soweit ich das mitbekommen habe, ist diese Höhle relativ lange bewohnt worden, zunächst von Neandertalern, dann von den Cro-Magnon-Menschen. Unter anderem jagten sie Wollnashörner. Am Straßenrand fanden wir dann immer wieder diese kleinen Steintürmchen.

Weiter ging es, und gegen Mittag erreichten wir Ust Kan. Das Städtchen war doch größer als gedacht, und wir fuhren zunächst etwas weiter Richtung Süden, und kehrten in einem Kaffee zum Mittag ein. Leider lief es mit der Bestellung etwas durcheinander, was aber definitiv nicht an uns lag! Egal, das was wir bekommen haben, war schmackhaft. Ich hatte den üblichen Tomaten-Gurken-Salat und Gulasch, Thom ebenfalls Salat und Pelmenis. Als Nachtisch gab es dann ein Snickers.

Dann fuhren wir weiter Richtung Norden, unser Tagesziel war Chemal. In dessen Umgebung wollten wir uns in einer Lodge einmieten. Doch zunächst gings wieder auf eine Nebenstraße, die zu unserer Enttäuschung zunächst asphaltiert war. Was sich als gar nicht so schlecht erwies, ging es doch über einen schnuckeligen kleinen Pass.

Einfach eine wunderschöne und grüne Landschaft. Zwischendurch fing es an zu nieseln, aber das machte nichts, der Nieselregen verminderte nur die Staubentwicklung. Die Strecke war einfach wunderschön und es machte einfach Spaß auf dem Schotter mal ein bisschen zügig unterwegs zu sein.

An der Kreuzung zur Hauptstraße trafen wir zwei Motorradreisende, ein Engländer und einen Belgier. Beide waren auf dem Weg zur Mongolei, um das Naadam-Fest anzusehen. Noch ein bisschen Woher und Wohin, dem Belgier ein paar Strapse übergeben, um sein Kennzeichen zu befestigen und weiter gings, wir nach Norden, die nach Süden.

Die M52 entpuppte sich als Motorradfahrers Traum, guter Asphalt und viele schöne Kurven, die wir im Formationsflug durchflogen. Leider fing es kurz vor Ust Sema richtig an zu regnen. Naja, schlimm war es nicht, unsere Klamotten sind ja wasserdicht und es war lange nicht so kalt wie auf dem Pamir-Highway! Dann kurz volltanken, wir bekamen sogar 95er Sprit, sozusagen frisch aus dem Tankwagen.

Weiter den Katun-Fluss hoch dachten wir schon, wir hätten die Traumlodge gefunden, doch für 4500 Rubel zwei kleine Zimmer ohne Dusche und Gemeinschaftsklo war preislich irgendwie daneben. Doch ein paar Kilometer weiter passte es dann. Wir bekamen ein süßes kleines Blockhaus mit eigener Dusche und WC für 2200 Rubel, Bingo!

Kurz abgeladen und umgezogen, dann gings erst zum Abendessen und dann zum Katun runter. Holla, was für ein Fluss, ca. 100 m breit, wild herab strömend mit vielen Stromschnellen und laut rauschend. Wirklich beeindruckend. Einfach die Bilder angucken, zumal es gelungen ist, auch den aufziehenden Nebel einzufangen.

Dann unter die Dusche und ein bisschen Planung für die nächsten Tage betreiben. Das war seit unserem Pamir-Abenteuer der erste Tag, an dem es geregnet hat. Glücklicherweise war es nicht so kalt wie auf knapp 4.000 m Höhe, insofern hat uns das nicht wirklich gestört. Trotzdem hoffen wir, dass es am nächsten Tag wieder besseres Wetter gibt.

Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.
Dieser Beitrag befindet sich in der Kategorie Reiseberichte und wurde mit den Schlagwörtern markiert. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.