Roads To Siberia, Tag 20

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Donnerstag, 18. Juni 2015

Heute gings von Kalaikhum nach Khorog, immer den Pandj entlang und stetig bergauf, bis zu ca. 2200 m in Khorog. Das Frühstück war okay, und es gab leider keinen Milchreis, sondern mal wieder Spiegelei, Brot, Tee und Wasser. Aber absolut in Ordnung, und wir machten uns so gegen Neun auf den Weg. Tanken brauchten wir nicht, und so konnten wir zügig auf die Piste. Was nicht einmal eine Untertreibung ist, obwohl dieser Streckenabschnitt Teil des Pamir-Highway ist, entspricht der Straßenzustand nicht dem Namen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich der gesamte Schwerlastverkehr, überwiegend Vierachser aber auch 40 Tonnen-Lastzüge hierüber abwickelt. Es ist irgendwie eine Mischung aus Straße, Piste, die Abwesenheit von Asphalt, vielen großen und kleinen Schlaglöchern, sandigen Abschnitten, beiseitegeräumten Bergstürzen und durch die Löcher schwankenden Pkw und Lkw.

Besonders an den Engstellen muss man höllisch auf entgegenkommende Lkw aufpassen, weil die Straße gerade breit genug für einen Lkw ist. Aber irgendwie passt das schon, und jeder lässt Platz für den Anderen. Am Besten, man lässt die Bilder auf sich wirken. Die Landschaft ist atemberaubend, wild und karg, immer wieder von grünen Oasen unterbrochen, in denen sich kleine Ansiedlungen befinden. Beim Durchfahren dieser Ortschaften scheinen sich manche Hunde auf Motorräder spezialisiert zu haben, aber bisher war deren Jagd auf uns erfolglos.

Regelmäßige Checkpoints zwangen zum Anhalten, wo unsere Pässe vorgezeigt werden mussten und wir registriert wurden, schließlich ist dies Grenzgebiet zu Afghanistan und anscheinend möchten die Behörden wissen, wo sich die Touristen aufhalten. Aber alles ganz entspannt und ausgesprochen freundlich. Ein kurzes Teilstück war dann ganz passabel als Straße und wir genossen die kleine „Pause“ von der Rüttelei. Leider gab es einen bitteren Verlust: ein hochgeschleuderter Stein traf genau den Bildschirm meines Navis, damit wars das fürs Montana. Mal gucken, ob sich das zuhause reparieren lässt. Außerdem stank es immer wieder nach Sprit, der aus den Überläufen der Moppeds kam, besonders nach dem Tanken oder bei besonders schlechten Strecken bis zu 100 km nach dem Tanken. Ich vermute, das liegt einmal an der Höhe, zweitens daran, dass das Benzin aus dem kalten unterirdischen Tank in den warmen Tank vom Mopped kam und sich da schnell ausdehnte. Wir werden wohl beim Tanken aufpassen müssen und mindestens zwei Liter weniger nehmen.

Kurz vor Khorog wurden wir mal wieder von der Polizei angehalten, diesmal meinte der Wachtmeister, unser GBAO-Permit würde nicht gelten für die Region um Khorog, aber ich denke, ihn hat nur gestört das der Stempel im Pass etwas verwischt ist. So oder so, wir werden sehen. Dann gings erst einmal nach Khorog, womit der Wachtmeister plötzlich einverstanden war. Anscheinend habe ich mich ausreichend dumm angestellt, und offen wollte er wohl nicht nach einem Geschenk fragen.

Untergekommen sind wir dann in der Pamir-Lodge in Khorog, eine nett gemachte Herberge für Reisende, mit sauberen Duschen und Toiletten, dazu Zimmer mit Bett oder Schlafplatz nach Pamiri-Art. Leider gab es kein Abendessen, also sind wir kurz die Straße runter und haben ein paar Manthis verspeist. Leider war das WiFi ausgefallen als wir wieder zurück kamen. Die Chefin war gut drauf, sprach perfekt Englisch und war sehr aufmerksam.

Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.