Roads To Siberia, Tag 13

Start > Meldungen > Reiseberichte > Roads To Siberia, Tag 13

Donnerstag, 11. Juni 2015

Dadurch dass wir zur Sonnenseite schliefen ging es früh hoch. Heute wollten wir es bis nach Buchara schaffen. Von außen und auch bei Tageslicht sieht unser Hotel ja gar nicht so schlecht aus, aber trotzdem, es war kein Highlight und dafür auch noch unverschämt teuer! Apropos teuer, der Geldstapel entspricht etwa dem Gegenwert von 100€, also quasi zwei Scheine.

Nach einem, naja, Frühstück gings zunächst auf die Suche nach Benzin. Nach einigen Versuchen wurden wir fündig, gesichert wie Fort Knox bekamen wir fast 40 Liter getankt. Dann ging es los, erst ein Stück gute Straße, dann wieder mehr oder weniger das gleiche Spiel wie gestern in Sachen Straßenqualität. Dann die große Überraschung, nachdem wir ein eng besiedeltes Gebiet durchfahren hatten, eine Autobahn, besser hätte sie nicht in Deutschland zu finden sein können. Das Fahren war herrlich, wir machten gut Strecke und aßen zu Mittag in einer landestypischen „Raststätte“. Dort hatten wir ein nettes Gespräch mit anderen Einheimischen, darunter einem Archäologen aus Samarkand.

Danach ging es weiter durch die Wüste in sengender Hitze. Noch war das Wasser im Trinkrucksack schön kalt und erfrischend. Die Landschaft zog vorbei und ihre Eintönigkeit faszinierte noch immer. Die Motoren brummten sonor vor sich hin, während wir fast im Formationsflug Richtung Süden zogen. Doch leider hatte auch dieser Traum von Autobahn ein jähes Ende und es kamen wieder gewohnten Schlaglochpisten.

Nach gut 400 km wurde es Zeit für eine Tankstelle, die auch Benzin hat und nicht nur Gas, wie überwiegend in Usbekistan. Doch die zwei Tanken, die in Sicht kamen, waren aufgelassen, bei der nächsten sah es auch schlecht aus, der Tankschlauch war abgeschnitten, aber ein Einheimischer rief uns zu sich, er hätte noch Benzin. Wir brauchten etwa zehn Liter, also wurden Kanister umgefüllt und wir bekamen jeweils fünf Liter.

Damit würden wir sicher bis Buchara kommen. Auf geht’s und weiter gen Süden. So langsam wurde es zäh, die letzten Kilometer zogen sich, obwohl wir gut in der Zeit lagen und es ein scharfer Ritt war. Es ging super gut durch die Stadt zum Hotel, allerdings scheint die Innenstadt für Mopeds gesperrt zu sein, was natürlich nicht für uns galt, schließlich fahren wir Motorräder! Zumindest die Polizei schien das auch so zu sehen, und blickte nur kurz auf als wir an ihr vorbeifuhren.

Dann das Hotel, im typisch orientalischen Stil, direkt an der Altstadt. Leider ohne gesichertem Parkplatz, aber es gelang mir und dem Hotelier, Thom zu überzeugen, das das okay ist. Also Moppeds abrödeln und abschließen, die Klamotten ins Zimmer und erstmal eine große Flasche Eistee zischen. Danach in Ruhe fertig machen und vor allem: eine Dusche!

Dann trafen wir uns im Innenhof und überlegten gerade, was wir machen wollten. Da kamen zwei junge Usbeken und baten uns an ihren Tisch zu einer Geburtstagsfeier. Wir waren einverstanden und hatten dann einen netten Abend mit den Jungs.

Die Unterhaltung verlief auf Englisch und wir wurden mit Essen und Trinken versorgt. Gegen Zehn waren die Jungs verschwunden und wir saßen noch etwas mit dem Hotelier zusammen, ein wenig quatschen, etwas Whatsapp und dann gings zu Bett. Herrlich auf 25° gekühlte Zimmer, Wasser und ein gutes Bett. Hätte Barbara nicht um Eins angerufen hätte ich durchgeschlafen.

Wolle

Wolle

Lebt in der Nähe von Hamburg und liebt das ganz große Abenteuer. War auf seiner modifizierten 650er Xchallenge in der Mongolei und Sibirien. Für die etwas gemächlicheren Touren innerhalb Zentraleuropas zieht er jedoch als Lastesel seine zuverlässige 1200er Ténéré vor.