Norwegen-Tour 2013, Tag 11

Start > Meldungen > Reiseberichte > Norwegen-Tour 2013, Tag 11

Dienstag, 23. Juli 2013 Jørpeland – Lauvvik – Lysebotn – Forsand – Jørpeland (ca. 210 km)

Die Nacht in meinem Bett war gut, und unsere Stimmung heute morgen ist freundlich. Nach einer gemeinsamen Tasse Kaffee auf der Veranda, bei märchenhafter Aussicht auf den still in der Morgensonne daliegenden Fjord, packen Gernot und Tina ihre Sachen aufs Motorrad und verabschieden sich von uns. Viel Glück, und dann bis Freitag! Ich bin schon gespannt, was sie dann zu erzählen haben werden.

So, das hätten wir dann. Ich sitze auf der Couch und lasse meine Blicke durch das Wohnzimmer schweifen. Auf dem Tisch liegen unsere Fotoapparate, Videokameras, Laptops, Tablets, Mobiltelefone und all das Zeug herum, während sie an den Ladekabeln hängen. Zum Glück gibt es genügend Steckdosen. Jedenfalls schaut es mit dem Tisch hier aus wie auf dem Computerflohmarkt.

Ich finde, jetzt ist erstmal Zeit für eine ausgedehnte Dusche und verziehe mich in das geräumige Badezimmer unserer exklusiven Behausung. Es ist erst nach 9 und wir nehmen uns Zeit zum Entspannen. Nobbe und Christian albern draußen schon wieder herum und machen irgendwelche Faxen. Sie lachen sich auf der Veranda gerade schlapp über einen toten Käfer, der rücklings auf einem unserer Strümpfe liegt, welche wir gestern abend über die Motorradstiefel zum Lüften ausgebreitet hatten. Hat es wohl nicht geschafft, der arme Kerl.

Marschbereit stehen unsere Maschinen für den nächsten Ausflug bereit.

Die herrliche Dusche hat mir gutgetan, und jetzt wollen wir uns erstmal was Anständiges zu Essen machen. Es soll Spiegeleier geben, mit Speck und gebratenen Hot-Dog-Würstchen. Was unsere Vorräte halt so hergeben. Christian will schonmal die Eier in die Pfanne tun, als Nobbe ihn fachmännisch beiseite schiebt: „lass das mal den Vadder machen!“ In hohem Bogen fliegt das Ei – daneben. Uups, dann gibt es eben Rührei. Wir lachen uns schon wieder halb kaputt. Herrlich!

Beim Verzehr unseres Sternemenüs auf der Veranda studieren wir die Landkarte und stecken einen Rundkurs als Programm für den heutigen Tag ab: es soll zum Lysefjord gehen. Gleichzeitig beschließen wir, eine weitere Nacht hier zu bleiben und klären das gleich mit unserem Vermieter, der unterhalb der Veranda gerade seinen Rasen mäht. Aus dem Ruhrgebiet stammt er, verrät uns der geschätzt Endsechziger auf Nachfrage, und dass seine Kinder in Deutschland leben würden. Aber immerhin kämen sie wohl oft zu Besuch hierher. Den Grund seiner Auswanderung indes will er uns jedoch nicht erzählen. So trägt halt ein jeder sein Bündel mit sich herum.

Da wir ja heute abend wieder zurück in Jørpeland sein würden, entladen wir die Koffer der Motorräder restlos und fahren gegen Mittag bei komplett wolkenlosem Himmel und strahlendem Sonnenschein los. Auch für heute sind wieder hochsommerliche Wetterverhältnisse vorhergesagt. Ich hätte diese Hitze für Norwegen nicht erwartet, ehrlich gesagt. Meine Idelatemperatur fürs Motorradfahren liegt eher so zwischen 15 und 20 Grad. Aber ich will mich nicht beklagen, und außerdem ist das hier wohl Jammern auf hohem Niveau.

Der Fähranleger Oanes lieg am Anfang des Lysefjordes und bietet ein tolles Panorama.

Wir fahren auf der Hauptstraße in die Stadt hinein, wo mir so ein Blindstopfen von Dosenfahrer aus einer Seitenstraße heraus von rechts erstmal gepflegt die Vorfahrt nimmt. Schrecksekunde und Ausweichhaken, aber nix passiert. Anschließend bin ich wach. Weiter geht es auf der E13 nach Südosten bis Oanes. Dort warten wir auf die Fähre nach Lauvvik.

In der Gegend um Byrkjedal lassen wir unsere Streitrösser auf der Rv45 von der Leine.

Auf der anderen Seite knickt die E13 etwa nach 3 Kilometern rechts ab, wir fahren dort jedoch geradeaus weiter. Es ist die Reichsstraße Rv508, der wir bis Oltedal folgen und dann nach links auf die Rv45 einbiegen. Nobbe und ich versuchen inzwischen vergeblich die erlaubten 80 einzuhalten, aber es will einfach nicht gelingen. Schrittweise legen wir alle Hemmungen ab und erhöhen unser durchschnittliches Reisetempo auf etwa 120, vorsichtig geschätzt. Die fehlende Last des Gepäcks, das geile Wetter, die tollen Straßen, die phantastische Landschaft… hier können wir einfach nicht anders und ziehen an der Schnur.

Es geht über Byrkjedal weiter Richtung Sira. In der andauernden Hoffnung, die weiß angestrichenen Messgeräte schon rechtzeitig genug erkennen zu können, lassen Nobbe und ich unseren wuchtigen Maschinen freien Auslauf. Vorausfahrende Autos stellen jetzt keine Hindernisse mehr dar. Unsere beiden Fahrstile sind in etwa gleich, trotzdem ich ja immer der Meinung bin, dass er es besser drauf hat als ich. Aus Höflichkeit würde er mir das aber niemals sagen. Ich merke ihm seine Rennsporterfahrung an, obwohl das schon wieder eine Ewigkeit her ist. Aber für den Hausgebrauch reicht mir mein Können. Die Straße ist wie leergefegt, und wir genießen es in vollen Zügen, auf keine langsameren Kameraden in der Kolonne mehr Rücksicht nehmen zu müssen. So hab ich mir Norwegen auf dem Motorrad vorgestellt!

Die einen rasen, die anderen baden lieber: Gernot steht am See und winkt uns zu. Norwegen bietet halt für jeden was.

Beim Hunnevatn steht plötzlich die auffällige weiße G/S unserer beiden Naturforscher am Seeufer, als wir mit Elan daran vorbeidonnern. Aha, Gernot und Tina vergnügen sich hier also im Wasser, während andere auf dem Motorrad arbeiten. Kurz gehupt, Gernot winkt – und schon sind wir vorbei. Da treiben sich die beiden doch tatsächlich in der selben Gegend herum wie wir, sowas aber auch! Fast schon war ich geneigt „Thooomsen! Das ist Thomsen!“ zu brüllen.

Kurz vor Sinnes verlassen wir die 45 und erreichen nach weiteren schönen Kilometern auf den Provinzstraßen Fv975 und Fv986 eine Gegend, die locker als Kulisse für Winnetou-Filme hätte herhalten können. Instinktiv tasten wir die beidseitigen Hügelkanten nach Rothäuten ab, während wir durch das Tal jagen. Etwas später biegen wir in die Fv500 und kommen schließlich auf das Hochplateau des Kjerag-Massivs. An einer flachen Stelle neben der sehr schmalen Straße fahren wir rechts ran. Etwas Vergleichbares wie das, was sich uns hier als Aussicht bietet, hab ich vorher noch nie gesehen. Der Blick auf die umliegenden Berge ist unbeschreiblich.

Oberhalb des Lysebotns bietet sich eine wunderbare Aussicht auf das Kjerag-Massiv.

Die Gegend mutet mir an wie eine geschlossene Wolkendecke aus Felsen, das man von oben aus dem Fenster eines Flugzeuges betrachtet. Welch eigentümliche Formen die Erde doch mancherorts hervorbringt. Wir stellen unsere Motorräder ab und freuen uns über den erlebten Fahrspaß der zurückliegenden Kilometer. Das war vielleicht eine Gaudi! Hier oben ist die Fahrbahn jedoch wieder deutlich enger und kurviger, und so scheint es sich mit der wilden Hatz vorläufig erledigt zu haben.

Überall stehen kleine Steinpyramiden in der Gegend, welche wohl von hier vorbeikommenden Leuten errichtet wurden. Das scheint offenbar gute Tradition zu sein, und so ziehen wir erstmal die warmen Klamotten aus und schicken auch uns an, ein paar Steine zu einem Turm aufeinanderzustapeln. Angeblich sollen ja durch diese exotisch wirkenden Plastiken Trolle und böse Geister vertrieben werden. Mal abwarten.

Herrliches Wetter, geile Strecke, wahnsinnige Aussicht – so macht es Spaß!

Die Szenerie und die willkommene Einsamkeit hier oben veranlassen Nobbe zu spontanen Gefühlsausbrüchen. Es ist aber auch wirklich nicht einfach, sich in dieser spektakulären Umgebung seine nüchterne Gelassenheit zu bewahren. Wir verbleiben noch eine ganze Weile an diesem außergewöhnlichen Ort, schauen ergriffen in die Weite und schießen jede Menge Fotos. Wir müssten uns auf einer Höhe von knapp unter tausend Metern befinden, schätze ich. Von hier geht es jetzt hinab zum Lysebotn.

Da heute mein Nichtgeburtstag ist, macht Nobbe mir ein besonderes Geschenk und bietet an, Christian für den Rest des Tages bei sich aufsitzen zu lassen. Ich soll es in den Kurven schließlich auch mal etwas leichter haben, meint er. Klasse Vorschlag, den ich dankend annehme. Auch Christian will mal gerne bei Nobbe mitfahren. Also ziehen wir unsere Sachen wieder an, steigen in veränderter Besetzung auf die Motorräder und verschwinden von hier. Die Steinpyramiden scheinen tatsächlich ihren Zweck erfüllt zu haben.

Das über dem Lysebotn gelegene Restaurant Øygardstølen.

Die an manchen Stellen von Betongleitwänden umsäumte Fahrbahn ist hier oben wirklich verdammt schmal und teilweise nicht breiter als ein Radweg. Entgegenkommendem Verkehr müssen wir häufig Platz machen, denn der hat berauf Vorrang. Aber das Aufkommen gegnerischer Fahrzeuge hält sich glücklicherweise in überschaubaren Grenzen.

Ich genieße die neue Leichtigkeit meines Motorrades, das jetzt, meines Sozius‘ entledigt, noch agiler zu bewegen ist als noch neulich im Lærdal. Nur im Tankrucksack habe ich meine unverzichtbare Video- und Fotoausrüstung dabei. So leichtfüßig wie heute erlebe ich die Dicke nur selten, denn auf dem fast täglichen Ritt zur Arbeit – de facto ihrem Haupteinsatzzweck – habe ich stets schwere Taschen in den Alukoffern dabei.

Blick hinunter auf den Lysebotn.

Nach weiteren Kilometern bergab, voller aufregender Kurven, Senken und Kuppen, erreichen wir das Restaurant Øygardstølen, ein kühn am Abgrund errichtetes Holzgebäude mit atemberaubendem Ausblick hinab auf den Lysebotn. Von hier geht es 640 Meter fast senkrecht hinunter. Der Laden scheint sehr gut besucht zu sein, der große Parkplatz steht voller Autos. Wir finden heraus, dass an diesem Ort der etwa zweieinhalb Stunden dauernde Wanderweg zum Kjeragbolten beginnt, ein zwischen zwei Felswänden steckender Rundling und wohl eine der bekanntensten Attraktionen Norwegens.

Auf den Serpentinen hinab zum Lysebotn.

Tatsächlich strömen die Menschen zu Dutzenden über den Hügel in Richtung des eingeklemmten Steines, anstatt hinein ins Restaurant, was dem Wirt wahrscheinlich lieber wäre. Jedenfalls genehmigen wir uns ein Eis und blicken vom Balkon fasziniert in die Tiefe. Nach dort unten wird es jetzt gleich losgehen, und die hinunter führenden Serpentinen schauen von hier oben ziemlich respekteinflößend aus. Die Wettervorhersage hat sich übrigens bewahrheitet, es sind mal wieder über 30 Grad.

Nobbe und Christian folgen mir in den Lysetunnel wie Alice dem Kaninchen.

Wir setzen unsere Fahrt fort, und Christian bleibt weiterhin Nobbes Sozius. Bis hinunter sind knapp 30 Spitzkehren und eine Schafherde zu bewältigen, bevor auch dieser Streckenabschnitt eine Besonderheit für uns bereithält: einen Kehrtunnel, also praktisch eine Serpentine im Berg. Hier führt die abschüssige Fahrbahn rechtwinklig etwa einen halben Kilometer in den Berg hinein, dann geht es um 180° im Halbkreis, um schließlich wieder geradeweges aus der Felswand ans Tageslicht zu kommen – und zwar direkt unterhalb des Einganges. Aufregende Sache, zumal es sich bei dieser gekrümmten Röhre um das reinste Rattenloch handelt. Innen ist es finster wie die Nacht, und die nassen und bröckelnden Wände scheinen mit den bloßen Händen ins Gebirge gehauen worden zu sein. Wie gut, dass wir für solche Zwecke unsere hellen Zusatzscheinwerfer an den Motorrädern haben!

Der Lysefjord, vom Lysebotn aus gesehen.

Als wir die über 640 Höhenmeter hinunter geschafft haben, sind wir vor lauter Begeisterung geneigt zu wenden und die selbe Strecke gleich wieder hinaufzubrettern. Aber wir haben keinen Überblick über die Fahrzeiten der Fjordfähre und müssen uns erst erkundigen. Wär ja blöd, wegen der Hin- und Herfahrerei am Ende die letzte Passage des Abends zu verpassen. Und dann war da ja sowieso noch mein Problem mit dem Umdrehen.

Die Straße ist übrigens eine Sackgasse: hinter uns der Berg und vor uns das auffallend smaragdgrün gefärbte Wasser, eingebettet in hunderte von Metern in die Höhe ragender steiler Felswände. Was für eine majestätische Aussicht!

Die Schnellfähre läuft ein, und wir werden gleich erfahren, ob sie uns mitnimmt.

Beim Schalter im Wartehäuschen der Fährgesellschaft erfahren wir drei Dinge: erstens ist die Autofähre schon weg. Die nächste kommt erst morgen früh wieder. Das ist schlecht. Uns wird klar, warum hier keine Autos und Wohnmobile und dergleichen auf dem Wartestreifen stehen: weil die nämlich mit der letzten Fähre längst über alle Berge sind. Zweitens: in 30 Minuten kommt die Schnellfähre, ein hauptsächlich für Fußgänger und Radfahrer bestimmter kleinerer Katamaran mit Platz für rund 10 Autos. Das ist gut und schlecht, denn in der noch verbleibenden knappen halben Stunde schaffen wir nicht die Serpentinen hinauf und wieder herunter, aber egal. Und drittens muss für diese Fähre im Voraus gebucht werden. Das wiederum ist ganz schlecht, denn dies hätte bereits gestern geschehen müssen und die Fähre sei für Fahrzeuge jetzt ausgebucht. Doch es bestünde die geringe Chance, so berichtet man uns bei der Information weiter, dass Motorräder manchmal kurzfristig mitgenommen werden, wenn zwischen den Autos noch genügend Platz bleiben sollte. Das allerdings ist sehr gut! Unsere Mopeds sind nämlich zum Glück winzig klein, die passen in die kleinste Nische, und zur Not lassen wir auch noch die Luft raus! Wir sollen uns bei der Ankunft des Schiffes nur gleich mit dem Personal an Bord in Verbindung setzen, dann klappt das vielleicht, so die freundliche Dame am Schalter weiter. Und viertens gibt es hier leckeres Eis, von dem wir uns gleich mal drei Portionen kaufen und entspannt in der Sonne platznehmen.

Mit uns an Bord legt die Schnellfähre vom Lysebotn ab.

Als der Katamaran einläuft, tun wir wie uns geheißen wurde. Einer der Männer, die zur Mannschaft der Fähre gehören, gibt uns Zeichen zu warten, bis alle Autos an Bord sind. Das wiederum gestaltet sich als gar nicht so einfach, denn das achtere Fahrzeugdeck ist tatsächlich nur sehr klein. In der Schlange warten neun PKW und ein Camper. Einer nach dem anderen werden die Fahrer zum Auffahren aufgefordert, und zwar rückwärts! Es wird rangiert, dirigiert, korrigiert, bis schließlich alle Fahrzeuge so stehen, wie die Männer es wollen. Dann endlich dürfen wir auch an Bord, es ist noch genügend Platz für zwei Motorräder vorhanden. Ein weiteres Auto hätte jedoch nirgends mehr hingepasst. Prima, wir legen ab!

Das Schiff nimmt mächtig Fahrt auf. Am Motorrad läuft mein Navi weiter und meldet Geschwindigkeiten von knapp 45 km/h. Bei diesem Tempo sollte die Fahrt durch den Fjord in rund einer Stunde erledigt sein. Nach rund 4 Kilometern Fahrt blicke ich nach links oben: der Kjeragbolten, winzig klein und kaum zu erkennen. Wie in Sandkorn im Schraubstock. Fast hätte ich den kurzen Moment verpasst. Ob Gernot und Tina vielleicht schon dort sind?

Übrigens zieht der Katamaran nicht in eins durch sondern wird bis Forsand noch drei weitere Male anhalten, um Fußgänger ein- und aussteigen zu lassen – und dies mit bemerkenswertem Prozedere in beeindruckendem Tempo: die Fähre lässt schon beim Hinfahren die vordere Fußgängerbrücke herunter, drückt an, Leute eilen von Bord, alle Kraft zurück und Brücke wieder hoch. Das Ganze unter dem spektakulären Getöse der mächtigen Motoren.  Eine Straßenbahn dürfte an einer Haltestelle deutlich länger verweilen.

Felswände im Lysefjord.

Je weiter wir fahren, desto enger wird der Fjord und steiler ragen die schroffen Felsformationen in schwindelerregende Höhen. Wir fahren direkt unterhalb des über 600 Meter senkrecht über uns liegenden Preikestølen hindurch, der Abstand zur Felswand an steuerbord querab beträgt vielleicht höchstens 50 Meter. Was für eine grandiose Vorstellung, die uns jedoch nicht zum Nulltarif geboten wird: als uns der Fahrkartenkontrolleur die Billets verkauft, sind wir pro Nase umgerechnet etwa 30 Euro los. Schönheit hat nunmal ihren Preis.

Land in Sicht, Forsand ahoi!

Die Fahrt dauert tatsächlich nicht viel länger als eine Stunde, und das Schiff erreicht nach einer für mich unvergesslichen Überfahrt schließlich Forsand. Jetzt gilt wieder die schon bekannte Regel: die Letzten werden die Ersten sein! Als die Fähre achteraus anlegt, warten wir schon mit laufenden Motoren und eingelegtem ersten Gang darauf, dass sich die Heckklappe nach unten neigt. Wie bei einem Off-Road-Rennen legen wir los, als uns die Klappe endlich den Weg freigibt.

Ziemlich sportlich nehmen wir unsere letzte Tagesetappe, den Weg über die E13 zurück nach Jørpeland, unter die Räder. Dabei überqueren wir die große Fjordbrücke, die offenbar so neu ist, dass Yannick, der Sprecher in meinem Navi, sie noch gar nicht kennt und andauernd woanders langfahren will. Die verbleibenden knapp 20 Kilometer bis zu unserem Ziel vergehen rasch, und das nicht nur wegen unseres mal wieder viel zu hohen Tempos.

Unter diesem Eindruck endet ein perfeketer Tag!

In der Unterkunft angekommen, stehen wir noch lange unter den starken Eindrücken des Tages. Wir ziehen bequeme Klamotten an, setzen uns raus auf die Veranda und reden den ganzen Abend über nichts anderes mehr. Zum Glück standen im Kühlschrank noch zwei Sixpacks, die wir drei jetzt in aller Genüsslichkeit vertilgen werden, und wir sind uns einig:

Des war de best Moppedtour! Ever!

—–

Links:
Buchungsformular und Fahrplan der Kolumbus-Reederei.

Fritze

Fritze

Seit über 30 Jahren begeisterter Motorradfahrer mit Hang zur Fotografie und Videofilmerei. Als Vielfahrer verwachsen mit seiner BMW R 1200 GS Adventure. Lebt in der Nähe von Lüneburg und pendelt beruflich nach Hannover. ► Equipment: ▸ Motorrad: BMW R 1200 GS Adventure ▸ Action Cams: Drift Ghost-S und Stealth 2 ▸ Kamera: Panasonic Lumix FZ1000 ▸ Sound: Zoom H2n Audiorecorder