Norwegen-Tour 2013, Tag 1

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Samstag, 13. Juli 2013. Lüneburg – Kiel – Oslo (ca. 830 km)

Heute ist es so weit. Um halb 9 geht es los in Richtung Norwegen! Gernot und Tina, die über 400 Kilometer aus Thüringen anreisten und bereits seit vorgestern bei mir sind, sowie Nobbe, der gestern knapp 700 Kilometer aus Baden-Württemberg abgerissen hatte, und schließlich Christian und ich, sitzen auf den fertig gepackten Maschinen. Unsere erste Etappe ist mit rund 150 Kilometern verhältnismäßig kurz und wird uns von Lüneburg zum Kai der Color-Line nach Kiel führen. Die gewaltige MS Color Fantasy wird zwar erst um 14 Uhr ablegen, aber wir sollen spätestens 2 Stunden zuvor eingecheckt haben.

Vorbei an allen PKW warten wir auf dem Kradstreifen.

Im Kieler Hafen angekommen gibt es erstmal Stau. Offenbar sind wir nicht die einzigen, die heute nach Oslo möchten. Doch Motorradfahrer sind auch hier vom Glück bevorzugt, und so gibt es einen speziellen Krad-Fahrstreifen, der es uns erlaubt, bis ganz nach vorne zu fahren und schließlich als erster an Bord zu gehen.

Das Innere des Schiffes gleicht einer gigantischen Tiefgarage. Wir werden angewiesen, mit unseren Krädern eine Ebene höher zu fahren, wo für uns ein spezieller Bereich vorgesehen ist. Dutzende von Motorrädern werden hier jetzt in den kommenden Augenblicken eintrudeln und von den Fahrern vertäut. Das Gurtzeug dazu erhalten wir vom Schiffspersonal, das mit helfender Hand zur Stelle ist.

Das achtere Bordrestaurant erlaubt einen atemberaubenden Blick auf die See.

Mit unserem Gepäck behangen schlängeln wir uns ein paar Decks höher in unsere durchaus komfortablen 3-Sterne-Kabinen und verabreden uns, danach erstmal das Schiff zu erkunden. Ich dachte nicht, dass auf der Ostsee derartige Riesen unterwegs sind und hätte den Pott unter anderen Umständen wohl eher als Kreuzfahrer in der Karibik vermutet.

Der Rundgang im Schiff beeindruckt micht zutiefst. Wohl auch deshalb, weil es für mich das erste Mal ist, an Bord eines so großen Passagierschiffes zu sein. Die Einkaufstraße mit ihren Läden und Restaurants, ein Hallenbad, eine Disco, ja sogar ein Casino… sowas kennt man eher aus Einkaufspalästen. Alles glänzt und funkelt, und wird von der rührigen Mannschaft stets pieksauber auf Vordermann gehalten.

Unmissverständliches Zeichen: Nobbe gibt das Kommando zum Abmarsch in die Bordkneipe.

Als es pünktlich um 14 Uhr schließlich „Leinen los!“ heißt, legt der Dampfer ab. Vor uns liegen 375 Seemeilen durch Kattegat und Skagerrak sowie insgesamt 20 Stunden Fahrt. Also kein Grund zur Hektik. Während Gernot und Tina offenbar zunächst ihre Doppelkabine auf Zweckmäßigkeit überprüfen, beschließen Nobbe, Christian und ich zur Feier des Tages, nach einem Abstecher über das Sonnendeck, gepflegt ein kühles Bier zu vereinnahmen. Zu diesem Zweck ändern wir unseren Kurs in Richtung auf die erstbeste Bordkneipe.

Bezahlt wird auf dem Schiff in Norwegischen Kronen, die erste Gelegenheit, sich mit dem Wechselkurs zum Euro vertraut zu machen. Aber dafür schmeckt das Bier köstlich. Später würden wir noch feststellen, dass die Bierpreise auf dem Schiff direkt human waren, verglichen mit den Beträgen, die an Land erhoben werden. Aber uns interessiert jetzt erstmal die Sicht über den Bug nach vorn aus dem riesigen Panoramafenster! Als plötzlich die Große Beltbrücke aus dem diesigen Horizont heraus vor uns auftaucht, klappen die Kinnladen vollends runter.

So vergeht der Tag voller fantastischer Eindrücke, und die Stunden vergehen proportional zur Einnahme von kühlen Blonden. Irgendwann gegen Mitternacht navigieren wir in Richtung unserer Kabinen und verkriechen uns in den Kojen.

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Links:
Reederei Colorline

Fritze

Fritze

Seit über 30 Jahren begeisterter Motorradfahrer mit Hang zur Fotografie und Videofilmerei. Als Vielfahrer verwachsen mit seiner BMW R 1200 GS Adventure. Lebt in der Nähe von Lüneburg und pendelt beruflich nach Hannover. ► Equipment: ▸ Motorrad: BMW R 1200 GS Adventure ▸ Action Cams: Drift Ghost-S und Stealth 2 ▸ Kamera: Panasonic Lumix FZ1000 ▸ Sound: Zoom H2n Audiorecorder
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